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Eurovision Song Contest:Douze, Douze!

Beim ESC vergibt jedes Land künftig zweimal 12 Punkte, einmal von einer Jury, einmal vom Publikum. Die deutsche Kandidatin aus dem vergangenen Jahr dürfte sich ärgern, dass das 2015 noch nicht so war.

Im vergangenen Jahr sah es beim Eurovision Song Contest schlecht aus für Deutschland. Die Sängerin Ann Sophie bekam bei der Endabrechnung in Wien null Punkte und landete auf Rang 27, dem letzten. Geschuldet war das auch einer Besonderheit bei der Punktevergabe: So hätte ein Teilnehmer, der bei der Abstimmung in den einzelnen Ländern stets auf Rang elf gelandet wäre, am Ende keinen einzigen Punkt eingefahren.

Geschuldet ist solch eine Unwucht dem komplizierten Verfahren der Punktevergabe, das seit Jahren Punkte von eins bis zwölf vergibt - aber nur an die besten zehn Wettbewerber. Bisher wurden diese ersten zehn Plätze ermittelt durch die Stimmen einer Fachjury und durch die Ergebnisse einer Telefonabstimmung. Beide Ergebnisse wurden vor der Verkündung im Verhältnis 50:50 gemixt, und heraus kam dann die finale Punktezahl.

Das soll sich nun ändern. Zwar sollen bei der neuen Wertung, die am 14. Mai in Stockholm Premiere feiert, weiterhin die Jury und das Publikum abstimmen. Allerdings werden die Ergebnisse dann nicht mehr einfach addiert und zu einem Endergebnis verschmolzen. Vielmehr wird künftig nach dem Gesangsteil erst einmal das jeweilige Juryurteil aus 43 Ländern verkündet.

Steht die Bilanz dieser Umfrage, kommt am Ende das Ergebnis der Zuschauerabstimmung hinzu. Es werden fortan also zweimal die Punkte von eins bis zwölf für die ersten zehn vergeben, 24 pro Land. Das soll zum einen bewirken, dass die Abstimmung bis zum Schluss spannend bleibt. Zum anderen soll es die Ungerechtigkeiten des Systems ein wenig abmildern. Wäre die Neuerung schon 2015 in Kraft gewesen, hätte es für Ann Sophie nicht gar so düster ausgesehen. Nach dem neuen Verfahren wäre sie statt auf Rang 27 auf Platz 25 gelandet. Immerhin.