Eurovision Song Contest in der ARD:Muskelkater in Malmö

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Vereint durch Musik? Schöner Gedanke. Hier die Moderatorinnen des Eurovision Song Contests in Malmö, Malin Åkerman (links) und Petra Mede. (Foto: JESSICA GOW/AFP)

Unpolitisch war am ESC in diesem Jahr rein gar nichts, aber die ARD wollte in ihrer Live-Berichterstattung darauf möglichst wenig reagieren. Ein verspannter Fernsehabend.

Von Aurelie von Blazekovic

Es war halb eins und seit vier Stunden und trotz allem lief der Eurovision Song Contest, der größte Musikwettbewerb der Welt in Malmö. Trotz der monatelangen Boykottaufrufe und der nun vor der Halle stattfindenden Proteste gegen Israel, bei denen unter anderem die einstige Klimaaktivistin und heutige Israelkritikerin Greta Thunberg von der Polizei abgeführt wurde. Und trotz des plötzlichen Ausschlusses des niederländischen Teilnehmers Joost Klein, der eine Kamerafrau bedroht haben soll. Die niederländische Delegation protestierte gegen den Ausschluss augenblicklich, auch andere Länder solidarisierten sich. Kurz vor knapp schien nicht sicher, wer im Finale des Song Contests überhaupt die Bühne betreten würde. Und so stand am späten Samstagnachmittag in Malmö ein global übertragenes Mega-Event auf der Kippe, das in seiner hoffnungsvollen Anlage als friedensstiftender europäischer Musikwettbewerb gedacht war.

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:Ein einziger Balanceakt

Wohl noch nie war der ESC derart aufgeladen, obwohl er doch eigentlich gänzlich unpolitisch sein will. Umso passender, dass am Ende das einzige angeblich rundum neutrale Land gewonnen hat - mit einem Auftritt, der selbst viel Gleichgewichtsgefühl bewies.

Von Alex Rühle

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