Debatte nach dem Eurovision Song Contest:Doof hinterm Regenbogen

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Nur im Bühnenbild und mit etwas Vorstellungskraft konnte man beim ESC so etwas wie einen Sternenkranz auf blauem Grund erkennen. EU-Flaggen waren in der Halle in Malmö beim Eurovision Song Contest nicht erlaubt. Abgebildet ist Eden Golan, die für Israel antrat. (Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP)

Die Europäische Union hat Beschwerde beim Veranstalter des ESC eingereicht, weil der vor lauter Panik selbst EU-Flaggen in der Halle verboten hatte. Wohin es führt, wenn man nicht politisch sein will.

Von Alex Rühle

Mehrere EU-Beamte beschwerten sich nach dem Eurovision Song Contest in Malmö darüber, dass sie vor dem Finale am Samstag zunächst am Betreten der Halle gehindert worden seien, weil sie EU-Fahnen bei sich hatten. Margaritis Schinas, Vizepräsident der EU, schrieb daraufhin einen ziemlich scharfen Brief an die European Broadcasting Union, die das Gesangsspektakel organisiert. "Angesichts der Tatsache, dass die EU von böswilligen und autoritären Akteuren ins Visier genommen wird", so Schinas, "hat die Entscheidung der EBU dazu beigetragen, ein Symbol zu diskreditieren, das alle Europäer zusammenbringt." Er forderte die Rundfunkanstalt auf, "die Gründe für diese Entscheidung zu erläutern" und klarzumachen, wer dafür die Verantwortung trägt. Schinas kündigte eine "sehr lebhafte Debatte" mit der EBU an. Da wäre man ja gern mal dabei. Schließlich gibt es nach dem diesjährigen ESC wahrlich einiges zu besprechen, die EBU hat einen geradezu peinlich schlechten Job gemacht.

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