Eine Typologie der ErmittlerMacho mit Mädchenseele

Ein Jahr voller Krimifälle geht zu Ende. Doch wer hat sich eigentlich um die Aufklärung all der TV-Morde gekümmert? Eine Typologie der deutschen TV-Ermittler.

Sie ermittelt mit den sanften Waffen der Frau, er dagegen greift auch mal zu handfesten Mitteln. Eine Typologie der deutschen TV-Ermittler.

Macho mit Mädchenseele

Dieser Ermittler ist kein kriminaltheoretisch ausgebildeter Feingeist, kein geschulter Psychologe, er verlässt sich lieber auf seinen Instinkt - und auf seine guten Kontakte in die Welt der Halunken und zwielichtigen Geschäftemacher. Wäre es ein bisschen anders gelaufen in seinem Leben, aus ihm wäre vielleicht auch ein "böser Bube" geworden. Er stammt aus einfachen Verhältnissen - mit den Nöten der Reichen und Schönen weiß er daher wenig anzufangen. Statt zum Frack greift er zum Parka, statt zur Zigarre jederzeit gern zum Pils. Der Arbeiterspross ist ein Praktiker, der Macher, der auch schon mal zulangt. Sein raubeiniger Charme lässt, flankiert vom Oberkörper eines Hochofen-Beschickers, die Frauen dutzendweise dahinschmelzen.

Geheimwaffe: Seine Trinkfestigkeit. Während er noch imstande ist, sinnvolle Fragen zu stellen, hat der Alkohol bei seinen Verdächtigen schon längst die Zunge gelöst.

Musterbeispiel: Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski (Götz George)

Bild: APN 28. Dezember 2010, 16:582010-12-28 16:58:43 © sueddeutsche.de/berr/jja/cat