Neue Serie von Judd Apatow bei Netflix Drohbriefe an Steve Martin

Als nächste traf Apatow auf Amy Schumer, mit der er Trainwreck verfilmte, das Apatow-Arbeitsleben ging sozusagen dramafrei und produktiv weiter. In einem Interview mit dem Hollywood Reporter beantwortete Schumer auf die Frage, was man in Hollywood als Neuankömmling als erstes tun sollte mit: "Treffen Sie Judd Apatow."

Apatow selbst ist natürlich nicht dramafrei. Er ist einer derjenigen, die nicht so tun und nie so taten, als hätten sie alles im Griff. Er war eines dieser besessenen Kinder, ein Kinder-Nerd sozusagen, er recherchierte in der Bibliothek heimlich über den Tod von Lenny Bruce, dem spektakulärsten jüdischen Komiker, er nahm mit einem schrottigen Kassettenrekorder Saturday Night Life auf und tippte jeden Gag ab.

Er schrieb als zwölfjähriger Drohbriefe an Steve Martin, er werde die Paparazzi auf ihn hetzen, wenn er ihm kein Autogramm schicke. Er arbeitet als Teenager in einem miesen Restaurant namens El Torto, als Tellerwäscher, um sich Filme ansehen zu können, und als er nach Los Angeles zog, schlief er mit Adam Sandler, seinem späteren Star, unter einer Decke und auf einer Matratze. All das in einem Schuhkartonappartement in Universal City, dem Valley, dem nicht so schönen Teil von Los Angeles.

Judd Apatow übte sich als Stand-Up-Comedian, er studierte Witze, er studierte seine jüdische Familie und deren Zusammenstöße mit den WASP-Familien Amerikas. All das erzählt sein Film Funny People: niemand ist so depressiv wie Komödianten.

Apatow glaubt übriges nicht an Besserung durch Ruhm oder Alter: "Ich glaube nicht an Begriffe wie reif oder unreif. Junge und alte Menschen sind meiner Erfahrung nach gleich verwirrt und verrückt."

Der Mann ist ein Geschenk

Und wenn es hart auf hart kommt, und sein Selbstbewusstsein trotz des Gurus Ram Das im Keller ist, tritt er für 100 Dollar Eintritt wieder als Stand-Up-Comedian in Los Angeles auf. "Ich habe neulich gemerkt, dass mein Selbstbewusstsein unten war und ich suchte nach etwas, das mir helfen könnte, diesen Kampf dagegen zu kämpfen. Ich merkte, dass ich nicht mehr selbst als Stand Up auf der Bühne stand, das war ein Zeichen von Angst", sagte er im vergangenen Jahr dem Rolling Stone.

Judd Apatow aber ist kein Spiritueller von der Westküste. Er hat keine Antwort und will auch keine auf die Versagensangst nach einem Erfolg in Hollywood. "Es könnte die Scheidung meiner Eltern sein, es könnte sein, dass meine Mutter mir die Brust nicht gegeben hat. Es könnte an meiner emotionalen, liebenden, aber völlig panischen Mutter liegen. Man wird die Quelle nie herausfinden."

Der Mann ist ein Geschenk. Eine männliche, jüdische Ein-Mann-Komödie, und wer sich Love ansieht, der wird diese Apatow-Momente entdecken: Und wenn es ab und zu ein wenig dauert, sollte man mit den Kindern von Hollywood ein wenig Geduld haben. Judd Apatow wird die Sache richten. Und auch Guru Ram Das wird zufrieden damit sein.

Love, abrufbar bei Netflix.