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Eckhart von Hirschhausen::"Ich bin kein typischer Moderator"

sueddeutsche.de: Vom Entertainer Pilawa, der von der ARD zum ZDF wechselt, übernehmen Sie nun Frag doch mal die Maus, eine Sendung zur Primetime am Samstagabend. Das ist eine Königsdisziplin für einen Moderator. Sind Sie nervös?

Hirschhausen: Klar, das ist großes Kino, ein großes Studio mit vielen unbekannten Variablen. Aber mehr als scheitern kann man nicht. Und ich bin ja Komiker geworden, weil ich weiß, dass es sehr langweilig ist, immer alles richtig zu machen. Komik kommt aus den Dingen, die nicht auf Anhieb funktionieren. Nehmen wir das Beispiel der 60-Jahre-ARD-Sendung, in der die Sendung damit begann, dass ein Oldtimer nicht funktionierte. Günther Jauch und Thomas Gottschalk sind rausgesprungen und haben Reinhold Beckmann angeschoben. Sofort waren einem alle drei sympathisch.

sueddeutsche.de: In der ARD-Geburtstagssendung saßen Sie im Studio, nun müssen Sie den Abend selbst bestreiten. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Hirschhausen: Da ich weder eine Sprecherausbildung noch eine Schauspielausbildung habe, mache ich schon mal Sprechübungen. Ich übe immer Blaukraut bleibt Blaukraut und Blaubär bleibt Blaubär.

sueddeutsche.de: Schon klar. Wie ist es denn zu der Anfrage gekommen?

Hirschhausen: Witzigerweise war ich selbst vor einem guten Jahr zu Gast in der Sendung.

sueddeutsche.de: Und danach haben sich die ARD-Chefs überlegt: Sie wären eigentlich der bessere Gastgeber?

Hirschhausen: Nein, damals hat ja keiner geglaubt, dass Pilawa mal zum ZDF gehen könnte. Als das passiert, war auch klar, dass es niemanden gibt, der ihn in dieser Form und in diesem Umfang ersetzen kann. Von daher wurde ich für die Sendung gefragt, habe kurz überlegt und zugesagt.

sueddeutsche.de: Hätten Sie Lust, mehr Pilawa-Sendungen zu übernehmen?

Hirschhausen: Nein, ich bin kein typischer Moderator. Ich habe ein Leben außerhalb des Fernsehens. Mein Bühnenprogramm läuft erfolgreich, ich habe sehr viel Freude daran, einen Abend vor Livepublikum zu spielen. Und ich schreibe Bücher und Kolumnen. Von daher ist eine Sendung, die zwei-, dreimal im Jahr kommt, geradezu ideal. Zuvor wurden mir viele andere Sendungen angeboten.