Dschungelcamp 2017: Tag 14 Fummeln und Fantasy

Ich bin so frei: Marc Terenzi und Kader Loth.

(Foto: RTL)

Marc Terenzi hat als Stripper auf der Bühne Prinzipien. Hanka Rackwitz keine Freunde. Und Kader Loth fliegt raus.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Thema des Tages: Regeln. Und die zeitlose Frage: Einhalten oder nicht? Das Dschungelcamp spiegelt die unterschiedlichen, oft unversöhnlichen Positionen. Pro-Regel-Vertreter Florian Wess macht es wie amerikanische Eltern, die ihre Balgen auf ein Militärinternat schicken: Um Hanka Rackwitz - führendes und einziges Mitglied der Kontra-Regel-Fraktion - zur Einhaltung der Camp-Regularien zu erziehen, gliedert er sie in eine klare Hierarchie ein. Hanka wird Teamchefin. Und sagt (frei übersetzt): Och nö, dann muss ich ja noch mehr laufen. Als erste Amtshandlung appelliert sie an die Selbstverantwortung ihrer Mitcamper: "Ihr seid alle erwachsen." Das Pro-Regel-Lager reagiert mit Entsetzen. Sprecher Florian Wess: "Du gehst auf die 50 zu und benimmst dich wie 'ne Zwölfjährige."

Tragende Rolle: die Verführerin. Kader Loth hat keine Lust mehr auf Fleischentzug und wird selbst aktiv. Objekt der Begierde: Marc Terenzi, beziehungsweise: Marcs Muskeln. "Zeig' mir dein Sixpack", fordert Kader. "Anfassen ist doch erlaubt?" Bevor jetzt der Eindruck entsteht, Kader sei nur an Marcs Körper interessiert - ihr ist natürlich auch der Mann selbst wichtig. Der - wichtige Kontextinformation an dieser Stelle - hatte im bürgerlichen Leben von Boygroup-Sänger auf Stripper umgeschult. Kader erkundigt sich also nach Marcs beruflichen Prinzipien: "Warum sieht man dein bestes Stück nicht?" Antwort: "Because gibt's immer noch fantasy."

Sarah Connor Sarah Connors Sohn - ein Name wie ein Schluckauf
Vornamen

Sarah Connors Sohn - ein Name wie ein Schluckauf

Die Sängerin mag es gerne ungewöhnlich: Von Kind zu Kind steigt das Level der Absurdität und des Nicht-Aussprechen-Könnens.   Von Viktoria Bolmer

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Über die Liebe. Ist sie das Ziel? Oder nicht eher die Suche danach? Marc Terenzi sagt: "I date, when I can." Kader Loth fragt: "Dir ist egal, ob die Frau alt oder jung ist? Hast du kein Profil?" Und Hanka Rackwitz will wissen: "Gibt's noch Länder, in denen Marc Terenzi keine Frau hatte?"

Bei aller Beliebigkeit in der Liebe, eins will Marc dann doch klarstellen: "Ick hatte viele Mädels, die nickt so gut aussahen."

Und die Dschungelprüfung? Gegenfrage: Was ist noch nerviger, als fortwährend selbst bei einem Geschicklichkeitsspiel zu verlieren? Genau, anderen beim Versagen zuzuschauen. Deshalb springen wir gleich zum Ende der Prüfung. Da stehen ein Stern und eine Frage: "Kannste mir mal erklären, wie sich Erfolg überhaupt anfühlt?" (Rubellos-Nieten-Zieher Florian Wess zu Ex-Fußballweltmeister Thomas Häßler)

Tier des Tages: Camp-Frosch "Trevor". Wird von RTL zum neuen Massenphänomen in der Tradition von Knut, dem Eisbären, und WM-Krakenorakel Paul erklärt. Ja, Sie haben recht - wen interessiert's? Aber wussten Sie, dass nicht nur die Franzosen Froschschenkel als Delikatesse schätzen, sondern auch die Menschen in Orlando, Florida? Kader Loth kann es nicht fassen: "Und, wie schmeckt das?" Marc Terenzi: "Chicken."

Wer muss das Camp verlassen? Kader Loth. (Ja, wirklich. Und ja, "Icke" Häßler ist immer noch drin. Wie hatte Kader selbst an diesem vierzehnten Dschungel-Tag gesagt? "Wir sind am tiefsten Punkt unseres Lebens angekommen.")

Satz für die TV-Annalen: "Ich bin kein Furz, den man einfach wegwedelt." (Hanka Rackwitz bleibt.)

Moral der Geschichte: Regeln brechen lohnt sich nicht. Zum Beweis ein Wortwechsel zwischen Hanka Rackwitz und Florian Wess.

Hanka: "Unter Freunden teil man sich das ein bisschen anders mit."

Florian: "Wir sind doch keine Freunde."

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" TV-Kritiken zum Dschungelcamp 2017