Dschungelcamp-Nachlese: Tag 14 Schwarz vor Augen - weiß im Gesicht

Er ist nicht mehr da: Walter Freiwald. Aber er wirkt noch nach.

(Foto: SZ.de/Katharina Bitzl/RTL)

Walter Freiwald war der designierte Dschungelkönig 2015 - bis ihn die Zuschauer aus dem Camp wählten. Das wäre nicht schlimm, wenn man nicht den Eindruck haben müsste, dass ohne Walter alles weniger geworden ist.

Von Paul Katzenberger
Wer fällt auf im TV-Dschungel?

16 Tage, elf Möchtegern-Promis, eine Dschungel-Kulisse - und zwei Strippenzieher im Baumhaus. Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! (RTL) geht in die neunte Runde. Wer ist dieses Jahr als Zicke besetzt? Wer spielt Psychospielchen? Und was steht bei der Ekelprüfung auf dem Menü? Süddeutsche.de sagt jeden Morgen, wer aufgefallen ist: in der täglichen Einzelkritik zum Dschungelcamp.

Favoritensturz

Wenn's nicht geklappt hat mit der Weltmeisterschaft oder dem Olympiasieg, dann sind die einst hoch Gehandelten rasch Weltmeister oder Olympiasieger "der Herzen". Kost' ja auch nix, so lange einem der Titel von anderen verliehen wird. Peinlich wird's nur dann, wenn einer sich selbst zum "König der Herzen" ernennt, so wie der eben rausgewählte Walter Freiwald. Ein Favorit weniger und ein entwerteter Begriff mehr.

Ohne Geplapper

Tanja Tischewitsch hat sich in diesem Dschungelcamp einen Namen als Schwätzerin gemacht. Manche Zuschauer fanden das auch ganz gut so, denn so glich sie die notorische Maulfaulheit der diesjährigen Kandidaten wenigstens ein bisschen aus. Doch kaum ist Walter weg, verschlägt's Tanja die Sprache. Als Moderator von Familienfesten sehe sie für Walter eine gute Zukunft, gibt sie ihm mit auf den Weg, das war's dann fast schon von ihr am 14. Tag dieses Dschungelcamps. Aber vielleicht ist weniger in dem Fall doch mehr.

Farblos

Weiß ist das Gegenteil von Schwarz, doch sehr bunt sind beide Farben nicht. Umso trostloser, wenn sie im Wechsel auftreten - und das noch im Moment des Triumphes: Sensationelle fünf Sterne holt Jörn Schlönvoigt bei der strapaziösen Dschungelprüfung "Abknoten", so viele wie schon lange kein Kandidat mehr. Doch er zahlt einen hohen Preis, zumindest nach dem Eindruck von Moderatorin Sonja Zietlow: "Nicht, dass Dir schwarz vor Augen wird", warnt sie den sichtlich Geschwächten, nur um ihm kurz darauf zu bescheinigen: "Ich glaube, Du bist ein bisschen weiß im Gesicht." Und das alles im australischen Busch, wo alles so schön grün ist, während hierzulande weiße Schneeflocken flimmern.

Kraftlos

Warten, bis es zu spät ist: Der Fehler ist nun dem Kandidaten Aurelio Savina unterlaufen. Lust habe er schon auf die Dschungelcamp-Prüfung, beteuert er, um dann einzuschränken: "Aber ich bevorzuge es, auf die schwere Prüfung zu warten, damit ich genug Energie dafür habe." Blöd nur: Die gibt es jetzt nicht mehr für den erwartungsfrohen Wettbewerber - die Zuschauer haben ihn vorher rausgewählt. Wer weiß? Wenn Walter noch im Camp gewesen wäre, hätte er sich vielleicht aufgerafft, um Aurelio rechtzeitig zu zeigen, was ein echter Champ ist.

Konturlos

Das aktuelle Dschungelcamp ist noch gar nicht zu Ende, da fordert das Volk via Bild-Zeitung schon neue Kandidaten. Es will unter anderem Helene Fischer und Tim Wiese im australischen Busch sehen. Vox populi mag verständlicherweise gereizt sein, wenn die vier verbliebenen Aspiranten Tanja Tischewitsch, Rolfe Scheider, Jörn Schlönvoigt und Maren Gilzer heißen. Doch können prominentere Namen wirklich etwas daran ändern, dass ein Fernsehformat inzwischen von einer Figur wie Walter Freiwald abzuhängen scheint?