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"Dschungelcamp" mit Daniel Hartwich:Einzigartiges Schuhwerk

Vielleicht ist er wegen Aktionen wie dieser, die ihn 2008 ins SZ-Magazin brachte, zur "Allzweckwaffe" (noch so ein zweifelhaft schmeichelhaftes Wort) seines Haussenders avanciert. Diese Zuneigung besteht offenbar auf beiden Seiten. So revanchiert sich Hartwich für die ständigen Engagements mit öffentlichen Loyalitätsbekundungen, wie etwa in einem Interview mit dem Branchendienst DWDL, indem er vor allem die Verlässlichkeit von RTL preist.

In der Tat hält der Sender trotz einiger Flops an ihm fest. Glatt lief es für Hartwich, der seine Karriere als Radiomoderator begann und bis heute von dem Medium schwärmt, nicht immer. 2008 startete der bis dato noch unbekannte Frankfurter seine erste eigene Late-Night-Show "Achtung! Hartwich" bei RTL. Dafür lief Hartwich zwar nackt durch die Kölner Fußgängerzone, wurde prompt als neue Late-Night-Hoffnung bezeichnet und für den Deutschen Comedypreis nominiert. Die Show floppte trotzdem. "Es sah nach der dritten Sendung tatsächlich quotenmäßig nicht gut aus, da bestand zwischendurch auch die Gefahr, abgesetzt zu werden. Dann wäre ich geknickt gewesen", sagte er dem Online-Magazin Back View. Letztlich seien aber 14 Episoden gelaufen. Ein schwacher Trost.

Nichtsdestotrotz folgte wenige Monate später das Engagement als Co-Moderator von "Das Supertalent" an der Seite von Marco Schreyl. Danach kamen weitere Moderationsjobs, 2009 etwa präsentierte der Frankfurter fünf Spezialausgaben von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" und später Formate wie "Total Blackout - Stars im Dunkeln". Seine Comedy-Gameshow "H wie Hartwich" fand 2011 wenig Beachtung.

Nun gibt ihm RTL abermals die Gelegenheit, sich zu beweisen. Dem Vergleich mit Dirk Bach wird er wohl nicht standhalten können, was aber eher am Talent des verstorbenen Paradiesvogels liegen dürfte als an mangelnder Eignung Hartwichs. Er täte zumindest gut daran, seinen eigenen Ratschlag zu befolgen: Bachs Schuhe seien nicht nur wahnsinnig groß, sondern auch vollkommen einzigartig, sagte er der Bild-Zeitung. "Ich werde wohl meine eigenen mitbringen müssen."

Zum Tod von Dirk Bach

Des Fernsehens bunter Vogel

Erste Kommentare lassen allerdings befürchten, dass der Neue im Dschungel einfach in die gleiche Kerbe schlagen wird. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel ätzte er zumindest schon einmal in Richtung "Katzen-Mama" Iris Klein. Angesprochen auf etwaigen Kakerlaken-Kontakt, sagte Hartwich: "Die sind ja angeblich die einzigen Lebewesen, die eine Atomkatastrophe überleben würden. Insofern wird denen auch Mutter Katzenberger nix anhaben können."

Neben dem unausweichlichen Bach-Vergleich erwartet den Moderator bei seiner Premiere noch eine weitere Herausforderung: Er muss im RTL-Straflager auch neben seiner Co-Moderatorin Zietlow bestehen. Auf den ersten Werbe-Bildern ist noch ein etwas unsicher dreinblickender Hartwich neben einer unlängst präsenteren Blondine mit aufgerissenen Augen zu sehen. Ihr Kommentar zum neuen Kollegen fiel zudem nicht wirklich herzlich aus; der Moderator habe schon gezeigt, dass er "dschungeltauglich, baumhausgeeignet und hängebrückenfest" sei. "Jetzt darf er zeigen, ob er auch noch mit Schlafmangel, Nachtarbeit und mir klar kommt."

Was sonst noch von Hartwich im australischen Dschungel zu erwarten ist? Vor allem körperliche Ausdünstungen. Er werde das zeigen, was er am besten könne, verriet er dem Spiegel: schwitzen. Somit wäre dem Dschungelcamp zumindest ein weiterer Ekel-Faktor beigemischt, und davon lebt die Show ja bekanntlich.