Leila Lowfire, Sex-Expertin

Leila Lowfire könnte möglicherweise zur kleinen Anomalie in der Dschungelmatrix werden. Die Rolle, auf die RTL sie gebucht hat, steht sehr deutlich in den Überschriften, mit denen aktuell über sie berichtet wird: "Leila Lowfire: Schrill, versaut und hemmungslos" (T-Online). "Wer ist eigentlich Busenwunder Leila Lowfire?" (TZ) "Dschungelcamp-Kandidatin Leila Lowfire: Vollbusig, und sonst?" (intouch). Oder, wie RTL selbst sie vorstellt: "Sie wird für das nötige Knistern am Lagerfeuer sorgen: Leila Lowfire. Mit der Sex-Expertin wird es kurvig im Dschungelcamp 2019."

Lowfire gehört also zu jenen Frauen, deren Anblick deutschen (Medien-)Menschen offenbar immer noch zuverlässig Hirn und Hose frittiert. Resultat: in Großmengen heraussäftelnde Sexismus-Unfassbarkeiten, von denen man in besseren Momenten ja eigentlich immer noch hofft, man hätte sie hinter sich. Lowfire ist aber zumindest schlauer als der Dreck, der so über sie getitelt wird. Und in ihrem Umgang damit souveräner (Minimalspekulation: womöglich auch berechnender) als man es sonst von auf Oberweite gebuchten Kandidatinnen kennt. "Besser als Sex", der Podcast, den sie zusammen mit Ines Aioli produziert, gehört zu den angenehmsten Sendungen, die es zum Thema gibt. Man kann aus ihm, wie auch aus Lowfires sonstiger Medienpräsenz, einen relativ selbstbestimmten Zugang zur Öffentlichkeit herauslesen. Ein Bruch zum durchschnittlichen Personal. Was auf zwei Dinge hinauslaufen kann: Anomalien müssen den Dschungel oft früh verlassen. Oder sie bringen es sehr weit. Von Jakob Biazza

Bild: MG RTL D / Arya Shirazi 4. Januar 2019, 12:452019-01-04 12:45:42 © SZ.de/luch/biaz/khil/jmau/hert/heka/khil/rus