Dschungelcamp 2017: Tag 15 Das Lagerfeuer stürzt sich freiwillig in den Bach

Es gibt nichts im Leben, was sich nicht mit Camouflage-Make-up und einem Taschenspiegel beheben ließe: Kader Loth.

(Foto: RTL/Stefan Menne)

RTL schneidet die Reste vom Vortag zusammen. Denn: Die wahre Dschungelkönigin heißt Kader Loth und nimmt im Hotel Versace ein Schaumbad.

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Thema des Tages: die Last der Langeweile. Seit dem Auszug von Kader Loth ist es unerträglich öde geworden. Und was passiert, wenn das menschliche Gehirn mit einem gähnendem Nichts konfrontiert wird? Die Phantasie übernimmt. Man stellt sich also vor, dass das Lagerfeuer freiwillig in den Bach springt, die Dschungeltoilette sich von innen verriegelt und die Hängebrücken sich eigenmächtig einrollen - Akte der Rebellion und Resignation zugleich.

Tatsächlich passiert etwas ganz anderes: Die Kameramänner schlafen friedlich in den Bäumen und RTL schneidet einfach die Reste vom Vortag zusammen. Hanka Rackwitz lästert also mit Kader Loth, Florian Wess lästert über Hanka Rackwitz, Thomas Hässler gähnt und Marc Terenzi bekommt Streicheleinheiten fürs Ego. "Marci-Marc wird Dschungelkönig", ruft Hanka in den Dschungel. Und weiter: "Ihr müsst mich noch anderthalb Tage ertragen."

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Tragende Rolle: die einzig wahre Dschungelkönigin. Kader Loth erträgt ihre Abwahl mit der gleichen kajalschwangeren Würde, die sie im Camp an den Tag gelegt hat. "Ich hab' sehr viel über die Menschen gelernt. Aber man lernt nie aus über die Menschheit", erklärt Kader im Auto. Kurz darauf nimmt sie im Hotel Versace ein Schaumbad, weil: "Ich stink' aus allen Löchern." Man wird nicht schlau aus der Frau: Ist sie Philosophin, Kunstfigur oder doch nur Busenwunder? Kader macht beim Dinner eine Bestandsaufnahme und kommt zu folgendem Ergebnis: "Meine Brüste sind größer als mein ganzes Wesen."

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Kennen Sie diese Aufzugfahrten frühmorgens: Sie haben den "Türe schließen"-Knopf gedrückt, wähnen sich schon in Sicherheit (noch 47 Sekunden Ruhe) - und dann quetscht sich ein aufgedrehter Morgenmensch in die Kabine? Marc, Florian und Thomas auch. Hanka sagt: "Morgen haben wir bestimmt noch mal schön Sonne." Und: "Vorletzte Nacht, Kinder, vorletzte Nacht! Für einen von uns die letzte." Und: "Letztes Abendbrot!" Der Rest ist Schweigen.

Und die Dschungelprüfung? Hat ein Krokodil und einen bescheuerten Namen ("Kanalverkehr", gnihihihihi.) Wird von Marc Terenzi bestritten, der alle Sterne holt, aber hinterher betont: "So viele Albtraums in eine Location." Das ist zwar hart an der Lüge, denn Marcs schlimmste Befürchtung ist nicht eingetreten ("Buckstabieren deutsch"). Aber es ist auch clever, weil Bizeps und Bescheidenheit beim Publikum ankommen. Hanka Rackwitz vermutet zurecht Konkurrenz und sagt: "Damit hast du deinem Hiersein einen wunderschönen Abschluss gesetzt."

Satz für die TV-Annalen: "Ich weiß ja schon, dass es schwer ist bei solchen Fernsehformaten Freunde zu finden, aber irgendwie hab' ich das Gefühl, dass ich's schon wieder nicht geschafft hab." (Denken Sie mal drüber nach! Dank derweil an Hanka Rackwitz dafür, dass sie diese Kategorie auch noch voll gemacht hat.)

Wer muss das Camp verlassen? Überfälligerweise: Thomas Häßler.

Moral der Geschichte: "Wehe, wenn ich morgen drin bleib', und ich werd' nicht Dschungelkönigin. Da raste ich aus", sagt Hanka Rackwitz. Bevor an dieser Stelle tatsächlich das Lagerfeuer im Bach Suizid begeht: Trump hat gezeigt - am Ende gewinnt der Amerikaner.

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