bedeckt München
vgwortpixel

Drohanrufe des Bundespräsidenten:Sechs Fragen, die Wulff in Wallung brachten

Die "Bild"-Zeitung veröffentlicht die E-Mail, auf die Bundespräsident Wulff mit drohenden Anrufen reagierte. Sie enthält sechs Fragen zu Wulffs Hauskredit und seiner Beziehung zum Unternehmer-Ehepaar Geerkens - mitunter konfrontativ, aber berechtigt.

"Noch mal in eigener Sache", überschreibt die Bild-Zeitung einen Beitrag auf Seite 2. Dort dokumentiert sie die Fragen, die Bundespräsident Christian Wulff in Wallung gebracht haben. Derart in Wallung, dass er telefonisch bei höchsten Stellen des Springer-Verlages, in dem das Blatt erscheint, intervenierte, um die unliebsame Berichterstattung zu stoppen.

Christian Wulff Nachdenklicher Moment beim Staatsbesuch im Orient: Bundespräsident Christian Wulff in Kuwait-City

Nachdenklicher Moment beim Staatsbesuch im Orient: Bundespräsident Christian Wulff in Kuwait-City

(Foto: dpa)

Teile der Tirade, die der Präsident bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann auf Band hinterließ, kolportierten Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung (mehr hier) - das Medienecho fiel katastrophal aus.

Wie Bild nun schreibt, habe Wulff am 12. Dezember 2011 um 18.19 Uhr Diekmann auf den Anrufbeantworter gesprochen. Die Fragen, die den Präsidenten in Rage brachten, waren seinem damaligen Sprecher und engem Vertrauten Olaf Glaeseker am Vortag zugeschickt worden - per Mail um 6.49 Uhr.

Das Anschreiben ist sachlich-höflich gehalten. Dann befragen die Bild-Rechercheure den Bundespräsidenten zu dem Kredit für sein Haus. Zuvor hatte das Boulevardblatt herausgefunden, dass das Darlehen von der Ehefrau des Unternehmers Egon Geerkens stammt.

Bild konfrontiert Wulff in der Mail mit einem Widerspruch: Das Darlehen kam 2008 zustande, doch am 18. Februar 2010 beteuerte Wulff auf eine Anfrage der Grünen, zwischen Egon Geerkens und ihm habe es "in den letzten zehn Jahren keine geschäftliche Beziehung gegeben."

Der Tenor der Fragen ist durchaus scharf: "Warum haben Sie dem Landtag verschwiegen, dass eine "geschäftliche Beziehung" zwischen Ihnen und der mit Egon Geerkens in Gütergemeinschaft lebenden Ehefrau Edith durch einen im Oktober 2008 geschlossenen Darlehensvertrag über 500.000 Euro besteht?"