Bild, Springer und die deutschen Zeitungen:Der Präsident

Mathias Döpfner beim Global Media Forum zum Thema Shifting Powers im ehemaligen Plenarsaal des Bunde

"Es ging darum, Reichelt wegzubekommen": In einem skurrilen Amateur-Video raunt Mathias Döpfner über angebliche Drahtzieher der Affäre.

(Foto: Christoph Hardt/imago images)

Er redet das tollste Zeug, seine Argumente sind oft seltsam und in der Bewältigung des Skandals um Reichelt macht er eine jämmerliche Figur: Als Präsident des Verlegerverbandes ist Mathias Döpfner untragbar geworden.

Von Nils Minkmar

Man stelle sich vor, Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, würde privat über die deutschen Autos als bessere Trabis lästern, sich über Gurt und Airbag mokieren und den Frontalcrash als idealen Zweck einer jeden Autofahrt feiern. Man stelle sich vor, der Bundestrainer würde die deutschen Fußballer heroinsüchtige Korruptniks schmähen und stattdessen No Limit-Wrestling empfehlen. Man stelle sich vor, dass eine Mail des Chefs der Lufthansa öffentlich wird, in der er erklärt, Fliegen sei der größte Schwindel, wer sich an Bord begebe, sei lebensmüde. In so einem Fall wären diese Personen ihren Job noch am selben Tag los, gefeuert unter dem Applaus von Bild. Für den Präsidenten des Bundesverbands der Digitalpublisher und Zeitungsverleger in Deutschland (BDZV) scheint diese Regel nicht zu gelten. Mathias Döpfner redet das tollste Zeug und bleibt dennoch der Repräsentant einer Medienkultur, die an Festtagen viel auf sich hält.

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