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Digitales Antennenfernsehen DVB-T:RTL-Gruppe vor Ausstieg aus dem Ausstieg

Im Raum München war es bereits Mitte 2013 soweit, Ende 2014 wollte sich die Mediengruppe RTL in ganz Deutschland aus der Verbreitung via DVB-T verabschieden. Doch nun will RTL den Schritt nochmal überdenken. Der Grund: eine Ankündigung der Bundesregierung.

Die Mediengruppe RTL Deutschland erwägt, möglicherweise ihre Kanäle nun doch über das Jahr 2014 hinaus über das digitale Antennenfernsehen DVB-T zu verbreiten. Ein RTL-Sprecher bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Digitales Fernsehen Schluss mit kostenlos
Ausstieg von RTL bei DVB-T

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Weder Dschungelcamp noch DSDS: RTL steigt bis 2014 schrittweise aus dem DVB-T-Empfang aus. Im August werden Vox und n-tv sowie alle weiteren Sender der Mediengruppe zunächst in München abgeschaltet. Bereits seit Juni müssen dort Zuschauer, die eine Digitalantenne nutzen, auf vier andere Sender verzichten.   Von Katharina Nickel

Die Sendergruppe hatte zu Jahresbeginn angekündigt, aus Kostengründen und wegen mangelnder Planungssicherheit aus der DVB-T-Verbreitung auszusteigen, die bundesweit von etwa zwei Millionen Haushalten genutzt wird. Im Raum München hatte sich RTL bereits im Sommer aus DVB-T ausgeklinkt.

"RTL hat vor ungefähr einem Jahr beschlossen, DVB-T zu beenden", sagte Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik in der RTL-Gruppe, der FAZ. "Der Umstand, dass die Bundesregierung sagt, sie werde die für DVB-T erforderlichen Frequenzen sichern, heißt für uns, dass wir unsere Position in der Frage der digitalen terrestrischen Verbreitung noch einmal überprüfen und ausloten, ob wir nicht doch Möglichkeiten sehen, die Terrestrik fortzusetzen."

Klar müsse aber auch so, "dass wir weiterhin ein gemeinschaftliches und zukunftstaugliches Konzept aller Sender für die Terrestrik benötigen", wird Schmid in einer RTL-Pressemldung zitiert. "Dafür braucht es neben einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell vor allem auch veränderte wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen, um der hiesigen Medienbranche die Chance zu geben, die dramatischen technologischen Umwälzungen im Interesse des Marktes mitgestalten zu können."

Die Bundesnetzagentur hatte vor einiger Zeit durchblicken lassen, die Frequenzen meistbietend für die Breitbandinternet-Nutzung ab 2020 zu versteigern. Vor diesem Hintergrund waren RTL weitere Investitionen in die DVB-T-Verbreitung, auch in die neue technische Generation von DVB-T-2, zu teuer. Die ProSiebenSat.1-Gruppe hingegen hatte ihren DVB-T-Verbleib angekündigt.