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Digitale Medien:Entwicklung entsprechender Erlösmodelle

Lizenzen für Sender, Aufsicht über Nachrichten bei den Privaten, das alles kann in der Ideal-Welt des Deutschen Digital-Institut entfallen. Medienmacht ist kleingehäckselt im Rausch der digitalen Moderne, womit auch alte "Marktanteilsmodell" obsolet sei - es sagt aus, dass keine Mediengruppe mehr als ein Drittel der Nutzer eines Marktes auf sich vereinigen darf. Es gebe in Deutschland überhaupt nur noch eine Konstellation, die gesetzgeberisch nicht klar geregelt sei: die mögliche Verbindung des Springer Verlags und der Bild-Zeitung mit einer der beiden kommerziellen Fernsehgruppen. Vielleicht hätte, so die Autoren zu bedenken, mehr "verlegerischer Einfluss auf die Fernsehgruppe" manche Diskussion um journalistische Inhalte im Privat-TV vermieden.

In einem gesonderten Kapitel geht es um die technischen Plattformen wie Kabel, Breitband, Satellit oder Smartphones. Ihre Anbieter - wie etwa der Kabelkonzern Liberty des John Malone oder der Apple-Gigant des Steve Jobs - agierten meist international, mit möglichen Folgen für das nationale Geschäft. Wo die Wahl des Verbrauchers eingeschränkt, müsse "es im nationalen Maßstab Wettbewerb geben", finden die Autoren hier, um jetzt ihrerseits ein Marktanteilsmodell vorzuschlagen. Keine Plattform sollte mehr als ein Drittel des Zugangs der Konsumenten zum Fernsehen kontrollieren, finden sie.

Ihre Folgerung: "Auch dann hat Deutschland ein im internationalen Vergleich besonders vielfältiges Mediensystem, in dem es keine Machtstellung wie die von Murdoch in Großbritannien oder Berlusconi in Italien geben kann, und nach wie vor auch das am besten finanzierte öffentlich-rechtliche System der Welt."

Mit besonderer Hingabe widmet sich das Papier der Entwicklung journalistischer Inhalte im Internet. Der Weg zu Paid Content führe voraussichtlich nicht allein über den Markt, deshalb werden Paid-Content-Allianzen von Journalisten und neuen Plattformen empfohlen, inklusive Absprachen über gemeinsame Konventionen.

Gleichzeitig wird Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) aufgefordert, die Entwicklung entsprechender Erlösmodelle zu fördern. Die Finanzierung von Inhalten sei eine der Schlüsselfragen der digitalen Medienordnung. Sie sei untrennbar verbunden mit dem Schutz geistigen Eigentums. Der Erfolg privatwirtschaftlicher Erlösmodelle hänge auch davon ab, welchen Spielraum die Finanzierung aus öffentlich-rechtlichen Gebühren lasse.

Angeregt wird, diejenigen Inhalte zu unterstützen, die gesellschaftlich notwendig sind, aber vom Markt nicht hinreichend bereitgestellt werden. Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk erreiche tendenziell den älteren Teil der Bevölkerung. Die Gesellschaft habe aber auch das Interesse, dass ihre Jugend mit Information und Kultur versorgt wird. Der Vorstoß für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz bei Online-Medien gehe in die richtige Richtung, so die Autoren.