Die Saat des heiligen Feigenbaums
Drama, Arte, Mittwoch, 21.55 Uhr
Ein Spielfilm, und doch so wahrhaftig, so realistisch, weil der Nährboden, aus dem hier eine fiktionale Familiengeschichte erwächst, die harten Fakten der iranischen Gegenwart sind – die der Regisseur Mohammad Rasoulof immer wieder auch zeigt, als reale Dokumente. Er hat seinen Film heimlich gedreht und ist dann aus seiner Heimat geflohen, um ihn fertigstellen und auch zeigen zu können. Und um ungeschoren zu bleiben trotz der Ungeheuerlichkeit, die „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ aus Sicht der iranischen Machthaber darstellt – egal, wie viele davon dem aktuellen Bombardement der USA zum Opfer gefallen sind. Der Film handelt zu der Zeit, als die „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste losbrechen, er erzählt von einer Familie, die darin zerrissen wird: Die Töchter sind aufseiten der Demonstrierenden, der Vater ist Teil des Machtapparats, die Mutter versucht zu vermitteln. Eine Gesellschaft am Kipppunkt.
Dune: Teil 2
Science-Fiction, RTL, Donnerstag, 20.15 Uhr
Er könnte dem gesamten Weltall egal sein, der Planet Arrakis. Es gibt dort entweder zu viel – vor allem Sand und bizarre, gefährliche und obendrein riesige Sandwürmer – oder zu wenig: Sauerstoff, Wasser, Nahrung. Kein Grund also, sich dort aufzuhalten. Dass sich eine Spezies, die Fremen, an diese Bedingungen angepasst haben, ist deren Sache, die zur Nachahmung nicht zu empfehlen ist. Aber es gibt auf Arrakis eben eine Menge Spice, ein Rohstoff, notwendig für interstellare Flüge. Und so geht es auf dem Planeten eben doch hoch her – man kennt das von der Erde, deren Bewohner in der Gier nach Rohstoffen einander kolonisieren, ausbeuten, bekriegen. Denis Villeneuve hat die Verfilmung von Frank Herbert Sci-Fi-Saga aus den Sechzigerjahren fortgesetzt mit diesem Film, der 2024 in die Kinos kam, ein dritter Teil ist nicht ausgeschlossen. Er hat für diese alte Geschichte irritierend schöne, neue Bilder gefunden.
Geheimnisse einer Seele
Drama, Arte, Mittwoch, 0.35 Uhr
Eine seltene Gelegenheit, denn allzu oft sind deutsche Filme aus den Jahren der Weimarer Republik nicht zu sehen im Fernsehen. Vor hundert Jahren, 1926, kam „Geheimnisse einer Seele“ in die deutschen Kinos, mitunter wird er als der erste surrealistische Film aus Deutschland bezeichnet. Zum Jubiläum wurde der Film digital restauriert. Der Regisseur ist Georg Wilhelm Pabst, dem es einige Jahre später nicht gelungen ist, sich aus Nazi-Deutschland abzusetzen, und der versuchte, weiterhin Filme zu machen, ohne sich dem System auszuliefern, was so recht nicht gelingen konnte. Von dieser finstersten Phase aus Pabsts Leben erzählt Daniel Kehlmann in seinem Roman „Lichtspiel“. Pabst war ein großer Ästhet, was sich hier vor allem in der Inszenierung und Montage von Albtraumsequenzen zeigt – seine Hauptfigur Martin Fellman, gespielt von Werner Krauß, wird von der Vorstellung gequält, ein Messerattentat zu begehen.
Harry und Sally
Liebeskomödie, Super RTL, Donnerstag, 20.15 Uhr
Es ist eine der fürchterlichsten Autofahrten der Filmgeschichte, jedenfalls für die beiden Hauptfiguren – für Zuschauer ist sie eigentlich recht amüsant. Harry und Sally streiten sich jedoch über Stunden hinweg auf der Fahrt von Chicago nach New York, zu der sie sich als Zweckgemeinschaft zusammengetan haben, weil sie in nahezu jedem Punkt unterschiedlicher Meinung sind. Etwa darüber, ob Männer und Frauen Freunde sein können (Sally: ja) oder eben nicht (so Harry, der argumentiert, da käme immer der Sex dazwischen). Aber so groß ist New York dann eben doch nicht, als dass sich die beiden nicht alle paar Jahre immer wieder mal über den Weg laufen. Und mit der Zeit feststellen, dass sie einander so unsympathisch dann doch nicht sind. Genussvoll spielen der Regisseur Rob Reiner und seine beiden Hauptdarsteller, Meg Ryan und Billy Crystal, die Streitfrage aus dem Auto durch.

