Höredition "Die Quellen sprechen":Das Vermächtnis

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Der Schriftsteller und Filmemacher Georg Stefan Troller, 102, berichtet in der Höredition "Die Quellen sprechen", wie er den Holocaust überlebt hat. (Foto: Philippe Levy/BR)

Mit der finalen Staffel von "Die Quellen sprechen" schließt der BR sein herausragendes Audio-Projekt über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden ab.

Von Stefan Fischer

Ein Satz, wie man ihn sich verletzender, höhnischer, die Tatsachen grausamer missachtend nicht denken kann: "Das hättet ihr uns auch nicht antun brauchen." Der Satz hat sich eingebrannt in die Erinnerung des Schriftstellers und Filmemachers Georg Stefan Troller. Der 102-Jährige zitiert ihn so, als könne er bis heute nicht glauben, dass er ihn tatsächlich gehört hat: Aus dem wegen des strengen Geruchs mit einem Taschentuch bedeckten Mund einer Münchnerin, die von amerikanischen Besatzungssoldaten zwangsweise in das unmittelbar zuvor befreite Konzentrationslager Dachau gefahren worden ist, damit sie und andere Bewohner der Stadt mit eigenen Augen sehen, was die Deutschen den Häftlingen dort angetan hatten. Noch lagen die Leichen Ermordeter und Entkräfteter auf dem Gelände.

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