"Der Bachelor" auf RTL:Sie zogen aus, um C-Promis zu werden

Lesezeit: 3 min

Bachelor Oliver Sanne und Liz

Liz will Klarheit vom "Bachelor". Und vielleicht einen Job.

(Foto: RTL)

Für den schnellen Ruhm sind die Teilnehmer der RTL-Datingshow "Der Bachelor" bereit, alles über sich ergehen zu lassen. Sie übersehen dabei aber das Offensichtliche: Das Format kennt nur Verlierer.

Von Felix Reek

Natürlich sucht er "die große Liebe", "die Eine", das ist es schließlich, worum es in Der Bachelor gehen soll. Seit Wochen spult Oliver Sanne, der in der fünften Staffel des RTL-Formats die Rosen verteilt, seine Floskeln ab. Am Mittwochabend muss er sich im Finale zwischen Krankenschwester Liz und der Steuerfachangestellten Carolin entscheiden. Auf welche Frau seine Wahl fällt, ist allerdings ziemlich egal. Wenig später wird die Boulevardpresse melden, dass sich das Paar bereits getrennt hat.

Denn die große Liebe findet keiner der Teilnehmer des Bachelor. Aber das ist auch nicht der eigentliche Zweck der RTL-Show. Sie ist ein Karrieresprungbrett. Nicht ohne Grund tauchen in der Liste der Kandidatinnen die immer gleichen Schlagwörter auf: "Model", "Moderatorin" oder "Miss XY". In der aktuellen Staffel treten unter anderem ein Playmate, eine deutsche Salsa-Meisterin, Miss Südtirol 2009 und drei Models an.

Sie alle suchen den schnellen Ruhm oder den entscheidenden Jobkick. Moderatorin Susanne Schöne, die 2014 beinahe selbst als Die Bachelorette angetreten wäre, kurz vorher aber absagte, erklärt im Interview mit Süddeutsche.de, dass es kaum noch möglich sei, einen Job im Fernsehen zu bekommen, ohne über ein Reality-Format zu gehen. Ob man sein Metier vor der Kamera beherrsche, sei von geringer Bedeutung. Im Zweifelsfall buchten "die Leute lieber jemanden, der schlecht ist, aber berühmt".

Berühmt sein, das heißt in dem Fall: eine Handvoll Schlagzeilen in der Boulevardpresse oder einige tausend Facebook-Fans. Was früher ein Schimpfwort war, ist mittlerweile ein erstrebenswerter beruflicher Werdegang: C-Promi. Dafür ist man bereit, einiges zu ertragen.

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