Debatte um Talkshow ZDF reagiert auf Petition gegen Lanz

Markus Lanz (links) in seiner Sendung mit den Gästen Sahra Wagenknecht und Hans-Ulrich Jörges.

Die Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!" hat für Aufsehen gesorgt. Mit etwas Verzögerung räumt das ZDF nun in einem Brief an die Initiatorin Fehler ein.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat nach dem Ende der Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!" Fehler zugegeben. "Kritik an unseren Sendungen nehmen wir im ZDF sehr ernst", schrieb Bellut nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in einem Brief an die Initiatorin der Aktion, Maren Müller aus Leipzig.

"Im Ergebnis sehen alle Beteiligten, dass das Insistieren und die Unterbrechungen mit so viel Nachdruck erfolgten, dass die sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung in den Hintergrund geriet." Die Diskussion um den Lanz-Talk hatte sich nach einem von ihm geführten Interview mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht entzündet.

Ein Sprecher bestätigte die im Brief gefallenen Zitate, wollte aber weitere Passsagen nicht öffentlich machen, da es sich um einen "persönlichen Brief" an Müller handelte. An der "Open Petition" gegen Lanz hatten sich mehr als 230 000 Menschen beteiligt.

Trotzdem sieht Bellut in Lanz "auch zukünftig einen Moderator, der in seinen Gesprächen weiterhin Haltung einnimmt und seine Meinung als Stellvertreter der Zuschauer zum Ausdruck bringen kann." Müller will laut Spiegel nun eine "ständige Publikumskonferenz für die öffentlich-rechtlichen Medien" gründen.