Das Hörspiel Ein ungelöster Fall

Der nasse Fisch: Hörspielserie von Radio Bremen, rbb und WDR zu Babylon Berlin. V.l.: Peter Lohmeyer (Wolter), Peter Sattmann (Gennat), Alice Dwyer (Charly Ritter), Ole Lagerpusch (Gereon Rath) und Udo Schenk (Zörgiebel).

(Foto: Ali Ghandtschi/Radio Bremen)

Sittengemälde oder Krimi? Gereon Rath, der Kommissar aus "Babylon Berlin", ermittelt auch in einer achtteiligen Produktion im Hörfunk: "Der nasse Fisch" ist prominent besetzt - und bisweilen verwirrend.

Von Stefan Fischer

Sowohl dem Polizeiapparat als auch der Unterwelt ist der forsche Gereon Rath suspekt. Der neue Kriminaler wiederum fremdelt mit beiden Berliner Milieus - macht jedoch keinen großen Unterschied zwischen ihnen. Das macht die Lage aber nicht einfach, sondern undurchsichtig.

Die Haltung der Hauptfigur prägt das achtteilige Hörspiel Der nasse Fisch auch stilistisch. Viel geht hoppla-di-hopp, man erkennt nicht immer, in wessen Hinterzimmern und Korridoren man sich befindet. Der Regisseur Benjamin Quabeck, der Volker Kutschers Grundlage für Babylon Berlin mit Thomas Böhm fürs Radio adaptiert hat, lässt es offenkundig darauf ankommen, Hörer zu verwirren. War schließlich auch eine wirre Zeit, 1929.

Szenenwechsel sind teils abrupt, mehrere Figuren ähneln einander im Tonfall. Jeder kocht sein Süppchen, die Chronologie ist sprunghaft. Kein Problem, solange sich alles zu einem Ganzen fügt. Doch bei Quabeck und Böhm bleibt unklar, für was sich interessieren: einzelne Figuren? Ein Sittengemälde? Den Kriminalfall?

Der nasse Fisch ist prominent besetzt mit Peter Lohmeyer, Ulrich Noethen, Udo Schenk, Meret Becker. Ein Leuchtturm-Projekt für die gesamte ARD, produziert von Radio Bremen, WDR und RBB. Dessen Lichtkegel durchdringt die Szenerie aber nicht ausreichend.

Der nasse Fisch, ab Sonntag in der ARD-Audiothek. Über UKW ist die Serie bei den Kulturwellen aller ARD-Sender zu hören, beginnend mit WDR 3 (ab 22.10.) und endend mit Bayern 2 (ab 21.11.), außerdem im Jugendsender NJoy sowie über DAB+ bei Deutschlandfunk Nova.