Wenn man es wagt, einen der größten internationalen Kino- und Fernseherfolge, die je aus Deutschland kamen, neu als Serie zu inszenieren, dann muss das erste Bild sitzen. Das Boot beginnt also so imposant, wie es nur irgendwie geht. Die Kamera schwenkt vom grauen Ozean-Horizont nach unten, bis sie senkrecht auf eine stahlblaugraue See blickt. Vom unteren Bildschirmrand bohrt sich verstörend elegant ein U-Boot Richtung Bildmitte. Schnitt zu einem jungen Seemann, der vom U-Boot-Turm aus durchs Fernglas nach feindlichen Korvetten sucht. Als er es absetzt, springen backbord Delfine aus dem Wasser, gleich einer fröhlichen Eskorte, und entlocken ihm den Anflug eines Lächelns. Kann Krieg so schön sein, darf er das? Natürlich nicht. Achteinhalb Minuten später taumelt das Boot, von einer britischen Wasserbombe getroffen, zum Meeresgrund, sind Dutzende junge Männer tot. An der Wasseroberfläche treibt die Mütze des Delfinfreunds.
"Das Boot" im ZDF:Eine Serie wie ein gut geölter Torpedo
Die Besatzung von U-612 gestattet sich keine Schwächen - das neue "Boot" auch nicht.
(Foto: Nik Konietzny/dpa)- Die vom Bezahlsender Sky produzierte Serie ist von Freitag an im ZDF zu sehen.
- Die Handlung spielt zeitlich nach der von Wolfgang Petersens Antikriegsfilm aus dem Jahr 1981.
- Den größten Schritt weg vom Film macht die Serie, indem sie die Hälfte der Handlung ans Land verlegt und Frauenfiguren einführt.
- Die Frauen mögen sehr zentral sein, aber was die Serie mit ihnen macht, erfüllt ernüchternd viele Klischees.
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