MedienbrancheCNN-Gründer Ted Turner ist tot

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„Mouth of the South“ lautete einer von Turners Spitznamen.
„Mouth of the South“ lautete einer von Turners Spitznamen. Rusty Kennedy/AP

Turner galt als Pionier des 24-Stunden-Fernsehens und engagierter Unternehmer. Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren gestorben.

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Der US-Medienunternehmer Ted Turner ist tot. Der Gründer des Nachrichtensenders CNN starb im Alter von 87 Jahren, wie seine Firma Turner Enterprises mitteilte. Turner litt laut eigener Aussagen bereits seit einigen Jahren an Demenz. Gestorben ist er in seinem Haus in der Nähe der Stadt Tallahassee im US-Bundesstaat Florida, wie die New York Times unter Berufung auf einen Sprecher der Familie berichtet.

Turner wurde bekannt als Gründer verschiedener Fernsehsender und insbesondere von CNN – dem Nachrichtensender, der von 1980 an als Erster rund um die Uhr sendete. „Wir können die Menschen dieses Landes und der Welt hoffentlich in Brüderlichkeit, Güte, Freundschaft und Frieden zusammenbringen“, sagte Turner zum Auftakt. CNN versammelte Millionen vor den Bildschirmen, als sich die Welt veränderte – und prägte seinerseits die Welt mit seiner direkten Live-Berichterstattung, unter anderem über den Golfkrieg 1990. Dies gilt aus heutiger Sicht als Durchbruch des Senders. Von einem zuweilen von Konkurrenten belächelten Nischenprojekt brachte es der Sender zum weltweiten Player. 1991 wurde Turner dafür vom Time Magazine als „Man of the Year“ ausgezeichnet. Turner habe „150 Millionen Menschen zu unmittelbaren Zeugen der Geschichte“ gemacht, hieß es in der Begründung.

Turner sei eine „engagierte und entschlossene Führungspersönlichkeit“ gewesen, sagte Mark Thompson, der Chef von CNN, in einem Statement zu dessen Tod. „Ted ist der Riese, auf dessen Schultern wir stehen“, sagt er weiter.

Die „größte Errungenschaft seines Lebens“ steht unter Druck

Auch als engagierter Unternehmer mit lockerem Mundwerk war Turner bekannt. „Mouth of the South“ lautete einer seiner Spitznamen. Turner besaß 800 000 Hektar Land, auf dem er mehr als 45 000 Bisons hielt. Zudem besaß er die Baseball-Teams Atlanta Braves und Atlanta Hawks. 1997 sagte Turner den Vereinten Nationen eine Spende in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zu. Forbes schätzt sein Vermögen auf 2,8 Milliarden US-Dollar.

Sein Medien-Imperium verkaufte Turner 1996 an den Time-Warner-Konzern, der später mit AOL fusionierte. 2003 legte der US-Amerikaner seine Ämter an der Spitze der Firma nieder, nannte den Sender jedoch weiterhin die „größte Errungenschaft seines Lebens“.

Heute gerät CNN zunehmend unter Druck. US-Präsident Donald Trump verspottet den Sender regelmäßig als „Fake News“. Zudem strebt das Unternehmen Paramount Skydance eine Übernahme der CNN-Muttergesellschaft Warner Bros. Discovery an. David Ellison, CEO von Paramount, ist der Sohn von Larry Ellison, einem milliardenschweren Verbündeten Trumps. Kritiker befürchten, dass CNN seine Unabhängigkeit verlieren könnte, sollte der Deal zustande kommen. Bisher ist die Übernahme von den Regulierungsbehörden nicht freigegeben.

In einem Post auf Truth Social würdigte Trump trotz seines Zorns über den Sender Turner als „einen der Größten aller Zeiten“. Turner sei ein Freund von ihm gewesen, der immer für ihn da gewesen sei, wenn er ihn gebraucht habe, schrieb Trump weiter. CNN sei nach Turner zerstört worden, „es wurde woke und alles, was er nicht ist.“ Die neuen Käufer seien „wunderbare Menschen“ und könnten CNN „zu alter Glaubwürdigkeit und Ehre“ zurückbringen. Bislang hat der Sender kritisch über Trumps Präsidentschaft berichtet, er gilt als Beispiel für Qualitätsjournalismus in den USA – auch wenn die auftretenden Kommentatoren oftmals eine klare, liberale Meinung haben.

Turner war dreimal verheiratet, zuletzt wischen 1991 und 2001 mit der Hollywood-Schauspielerin Jane Fonda, und hat fünf Kinder.

© SZ/Bloomberg/dpa/JRCH/jael - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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