Claas Relotius hat im Alter von 33 Jahren schon mehr erreicht als viele Journalisten in ihrer gesamten Karriere. Einen Reporterjob beim Spiegel , Journalistenpreise und Geschichten, die so gut sind, so besonders, dass man glatt hätte neidisch werden können, wenn dieses Ausnahmetalent nicht so freundlich und bescheiden aufgetreten wäre. Relotius machte es Kollegen schwer, ihn nicht zu mögen. Seit Mittwoch ist klar: Viele seiner Geschichten waren zu schön, um wahr zu sein. Und Claas Relotius steht vor den Trümmern seiner beruflichen Existenz.
Claas Relotius beim "Spiegel":Im "inneren Terror" gelebt
Beim Spiegel stellt man sich darauf ein, dass es Monate dauern werde, das volle Ausmaß zu überblicken.
(Foto: Getty Images)- Das Ausmaß der Fälschungen, die Claas Relotius beim Spiegel veröffentlicht hat, ist bislang nicht bekannt.
- Der 33-Jährige hat in großem Umfang eigene Geschichten manipuliert und frei erfunden. Relotius selbst sagt laut Spiegel: "Es ging nicht um das nächste große Ding. Es war die Angst vor dem Scheitern."
- Dirk Kurbjuweit, Mitglied der Spiegel-Chefredaktion, sieht "einen Menschen in einem absolut bedauernswerten Zustand". Eine Kommission soll Hinweisen auf Fälschungen nachgehen.
Von David Denk und Angelika Slavik


