Im Dezember 2013 drehen wir eine Sendung über den Tod: den „Leben-und-Sterben-Check“. Ich sitze einem circa fünfjährigen Jungen gegenüber, Silas. Sein Vater ist gestorben. Ich frage ihn, ob er ihn vermisse. Und bin unsicher, ob ich ein Kind so was eigentlich fragen darf. Ein Kind, das seinen Papa verloren hat. Er vermisse ihn sehr doll, sagt Silas, und ich spüre augenblicklich einen Kloß im Hals. Kurz vorher haben wir Bilder gemalt, und aus einem Impuls heraus sage ich: „Hey, du hast mit der Farbe an deinem Kittel meinen Arm vollgemalt!“ Silas schaut meinen Arm an und fängt an zu lachen. Ich lache mit, und auch wenn die Traurigkeit nicht ganz weg ist, haben wir zusammen aus diesem Moment der Sprachlosigkeit herausgefunden. So wie alle, die die Sendung später sehen werden, an dieser Stelle wieder ein wenig aufatmen können. Und trotzdem verstehen, was der Tod eines Elternteils für ein Kind bedeutet.
Checker TobiKeine Angst vor der Angst!
Lesezeit: 5 Min.

Kriege, Klima, Trump: Wie erklärt man Kindern die Welt, ohne sie zu erschrecken?
Gastbeitrag von Tobias Krell