Nach Eklat beim Kreisparteitag:CDU-Politiker fordern Parteiaustritt von Thomas Hornung

Nach Eklat beim Kreisparteitag: SWR-Reporterin Natalie Akbari und CDU-Stadtrat Thomas Hornung während der Live-Schalte.

SWR-Reporterin Natalie Akbari und CDU-Stadtrat Thomas Hornung während der Live-Schalte.

(Foto: Screenshot: Youtube/SWR)

Weil der Stadtrat Thomas Hornung eine SWR-Live-Schalte so lange gestört hat, bis sie abgebrochen werden musste, fordern zwei CDU-Landtagsabgeordnete nun seinen Parteiaustritt.

Nach seinem Eingriff in eine TV-Live-Schalte vom Mannheimer CDU-Kreisparteitag haben erste Politiker den Parteiaustritt des Stadtrats Thomas Hornung gefordert. Die CDU-Landtagsabgeordneten Tim Bückner aus Schwäbisch Gmünd und Winfried Mack aus Aalen (beide Ostalbkreis) riefen den ehemaligen Büroleiter des früheren Mannheimer Kreisvorsitzenden Nikolas Löbel auf, ihre Partei zu verlassen. Hornung hatte am Freitagabend während einer Live-Schalte des Südwestrundfunks (SWR) zum CDU-Kreisparteitag in Mannheim die sprechende Reporterin Natalie Akbari so lange unterbrochen und kritisiert, bis diese den Beitrag abbrechen musste. Hornung sagte der dpa: "Ich habe da sicher im Affekt gehandelt und bin über mich hinausgeschossen." Später verteidigte er sein Vorgehen und warf der Journalistin vor, durch das Interview eine Rede gestört zu haben. Der SWR wehrte sich gegen den Vorwurf. Der Platz sei der Reporterin zugewiesen worden - vom Veranstalter - und erhob seinerseits schwere Vorwürfe: "Das Verhalten eines Mannheimer CDU-Stadtrats offenbart ein Verständnis von Pressearbeit, das mit der grundgesetzlich verbrieften Freiheit der Berichterstattung nicht vereinbar ist", sagte SWR-Chefredakteur Fritz Frey.

Mit diesen Vorwürfen ist der SWR nicht allein: "Es gibt rote Linien, deren Überschreitung nicht mit der Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei wie der CDU vereinbar ist", sagte der Landtagsabgeordnete Bückner am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Statt Demut und Bescheidenheit zu zeigen, habe Hornung die Pressefreiheit eingeschränkt. "Solche Angriffe müssen ja nicht immer körperlich sein", sagte Bückner. "Und das war eine Szenerie, wie man sie bislang nur von Pegida-Demonstrationen kannte." Es sei wichtig, ein solches Verhalten zu unterbinden, "bevor es Schule macht".

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