Unter den vielen wendigen Worten der deutschen Sprache gehört das Wörtchen „noch“ zu den schönsten. Es kann Ungeduld ausdrücken, eine dieser Eigenschaften, die zu jedem Donald-Trump-Psychogramm gehören. Es kann auf ein Ereignis hindeuten, das erwartungsgemäß oder hoffentlich eintreten wird: Europa ist noch nicht so weit, dass es sich ohne den militärischen Schutz der USA behaupten könnte. Als solch ein Temporaladverb kann es aber auch beruhigend wirken: „Noch gibt es sie“, sagt der Militärhistoriker Sönke Neitzel am Sonntagabend bei Caren Miosga über die Nato. „Die Ukraine gibt es auch noch.“
„Caren Miosga“Kurz mal nachgeschaut: Ist die Nato noch am Leben?
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Caren Miosga versucht sich nach der bislang aufregendsten Trump-Woche an einer Standortbestimmung Europas. Sie beschwört die Wucht des Wörtchens „noch“ – und mit ihm ein ganz klein wenig Optimismus.
Von Jan Diesteldorf, Brüssel
