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"Bunte" gegen "Stern":"Verleumdung" - harte Vorwürfe, harte Klage

Bunte kontert mit einer Verleumdungsklage gegen den Stern. Der berichtet, eine von Bunte beauftragte Agentur habe mit Spitzelmethoden Politiker verfolgt.

Die Hamburger enthüllten, die Münchner drohen zurück. Nachdem bekannt wurde, was der Stern in der aktuellen Ausgabe berichtet, reagiert das betroffene Medienhaus Hubert Burda. Es geht immerhin um überaus unlautere Methoden einer Agentur, die im Auftrag der Burda-Zeitschrift Bunte das Privatleben bekannter Spitzenpolitiker ausspioniert haben soll.

Die Vorwürfe an das Blatt sind happig: Die Berliner Firma CMK Group habe den damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, den Linksparteichef Oskar Lafontaine und den christsozialen Spitzenpolitker Horst Seehofer beschattet, genauer: deren Liebesleben. Die Rede ist von manipulierten Briefkästen und Fußmatten. Michelle Schumann, die mit Müntefering inzwischen verheiratet ist, sei sogar auf einer Zugfahrt verfolgt worden.

Nun kontert der Burda-Verlag, der die Bunte herausgibt, in einer ausführlichen Pressemitteilung. "Bunte leitet juristische Schritte gegen Stern ein" steht in der Überschrift.

Die Wortwahl deutet auf harte Konsequenzen hin. Der Verlag strebt, wie sueddeutsche.de erfuhr, eine Verleumdungsklage an, entweder in München oder in Hamburg.

Die "Illustrierte Stern" erwecke "in fahrlässiger Art den Eindruck", die Bunte habe "von vermeintlich unlauteren und nicht journalistischen Recherchemethoden gewusst und diese gebilligt", heißt es in der Burda-Mitteilung. Dabei habe die Bunte-Chefredaktion - gemeint ist Chefredakteurin Patricia Riekel - "auf Anfrage des Sterns schriftlich klargestellt", dass sie von "unseriösen Recherchemethoden" nichts wüsste.

"Versuch der Verleumdung"

Aber genau diesen Eindruck erwecke nun das Hamburger Magazin, erklärt Burda. Deshalb noch einmal: "Die Bunte-Chefredaktion weist diese Unterstellung entschieden zurück."

Was die Hausjuristen der Bunte Entertainment Verlages GmbH wittern, findet sich im nächsten Absatz: Das sei ein "Versuch der Verleumdung eines erfolgreichen Mitbewerbers". Dann wird auf die IVW-Auflagenmeldung verwiesen. Seit dem zweiten Quartal 2009 liege Bunte im Einzelverkauf, "der härtesten Währung des Zeitschriftenvertriebs", vor dem Hamburger Blatt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Bunte zu den genannten drei Fällen sagt.