bedeckt München 28°

TV-Duell vor der Bundestagswahl:Teilnahme der Regierungssprecher ist seit 2002 gängige Praxis

TV-Duell zur Bundestagswahl 2013

Wer spricht für wen? Fernsehduell Merkel vs. Steinbrück 2013.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Das sieht man im Kanzleramt nicht so. Als der Spiegel am Wochenende als erstes über die Differenzen berichtete, verwies Regierungssprecher Seibert darauf, dass "primär eine Kollegin" aus der CDU-Zentrale die Gespräche führen werde: Eva Christiansen.

Sie habe auch 2017 - wie 2009 und 2013 - einen für den Wahlkampf zeitlich befristeten Nebentätigkeitsvertrag mit der CDU-Bundesgeschäftsstelle abgeschlossen. Außerdem werde der Regierungssprecher teilnehmen, wie dies seit dem ersten TV-Duell zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber gängige Praxis sei. Auf diese Weise, so Seibert, sei "ein rechtlich sauberer ebenso wie politisch reibungsloser Ablauf der Gespräche gewährleistet".

2002 hatten für Schröder Wahlkampfmanager Matthias Machnig und Vize-Regierungssprecher Bela Anda mit Edmund Stoibers Wahlkampfmanager und dem damaligen bayerischen Regierungssprecher Ulrich Wilhelm verhandelt.

2005 waren es wieder Anda, mittlerweile zum ersten Regierungssprecher aufgestiegen, sowie SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel, die mit Angela Merkels Sprecherin Eva Christiansen und Geschäftsführer Willi Hausmann redeten. 2009 und 2013 nahmen dann neben Christiansen Merkels jeweilige Regierungssprecher teil.

Parteien lassen im Augenblick zentrale Fragen offen

Die vier Sender haben gelassen auf die Mails aus den beiden Lagern reagiert. Am 5. Mai schrieb ZDF-Chefredakteur Peter Frey auch im Namen seiner Kollegen, bei der Teilung der Sendung handele es sich um eine redaktionelle Entscheidung, die man am 14. Juni gerne erläutern werde. Und wen die beiden Lager entsenden, "wollen wir, wie schon in der Vergangenheit, gerne den Parteien überlassen".

In der SPD mochte man am Sonntag die Frage nicht beantworten, ob eine Teilnahme von Seibert und Christiansen an dem Vorgespräch im Juni zur Nicht-Teilnahme der Sozialdemokraten führen werde. Und im Kanzleramt ließ man offen, ob eine Teilung der Sendung sogar zur Absage des ganzen Duells führen könne.

© SZ vom 15.05.2017/pak

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite