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Beleidigung von K-Popband:Empörung über Bayern-3-Moderator

FILE PHOTO: Members of South Korean boy band BTS pose on the red carpet during the annual MAMA Awards at Nagoya Dome in Nagoya

Die K-Popband BTS.

(Foto: KIM KYUNG-HOON/REUTERS)

Matthias Matuschik vergleicht die koreanische Popband BTS mit einem Coronavirus. Und löst damit einen Rassismus-Eklat aus. Der Moderator hat sich nun entschuldigt.

Von Lina Wölfel

Der BR-Radiosender Bayern 3 und sein Moderator Matthias Matuschik haben sich nach massiven Rassismusvorwürfen entschuldigt. Matuschik hatte am vergangenen Mittwoch in der nach seinem Spitznamen benannten Livesendung Matuschke - der etwas andere Abend die koreanische Popband BTS mit einem Virus verglichen. Gegen BTS gebe "es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung".

Offenbar war Matuschik erzürnt darüber, dass die Band den Coldplay-Hit "Fix You" gecovert hat. "Bei einer Boyband unplugged, allein das ist ja schon paradox", meinte der Moderator. Er bezeichnete die Künstler in dem Zusammenhang auch als "kleine Pisser". Danach behauptete Matuschik noch: "Man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen, nur weil diese Boyband aus Südkorea ... Ich habe ein Auto aus Südkorea. Ich habe die geilste Karre überhaupt."

Auf Twitter trendet der Hashtag #Bayern3Racist international

Bei Bayern 3 ging anschließend massive Beschwerden ein, wie der Sender mitteilt. Seit Beginn der Corona-Pandemie vermelden Organisationen wie "Korientation" (ein "Netzwerk für deutsch-asiatische Perspektiven") einen starken Anstieg rassistischer Gewalttaten gegenüber als asiatisch wahrgenommenen Personen in Deutschland und weltweit. Auf Twitter trendet der Hashtag #Bayern3Racist international. Bis Freitagmittag wurden bereits mehr als 1,3 Millionen Tweets mit dem Hashtag abgesetzt.

Bayern 3 schrieb am Freitag auf seiner Website: "Wir entschuldigen uns in aller Form für die Äußerungen von Moderator Matthias Matuschik in seiner Livesendung." Es sei nicht akzeptabel, mit welchen Worten er sich geäußert habe. "Und sowohl er selbst als auch wir von Bayern 3 wissen, dass es nicht ausreicht, wenn man Dinge eigentlich anders gemeint hat. Wenn Aussagen von vielen Menschen als beleidigend oder rassistisch empfunden werden, dann waren sie es auch." Solche Fehler sollten künftig nicht mehr passieren, heißt es in dem Statement weiter.

"Ich habe einen großen Fehler gemacht, aus dem ich lernen werde"

Allerdings sei es dem Sender "ein Bedürfnis klarzustellen, dass Matthias meilenweit von rassistischen Ansichten entfernt ist". Bayern 3 distanziere sich ebenfalls ausdrücklich und entschieden von jeder Form von Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Moderator und seine Familie würden inzwischen massiv bedroht, heißt es. "Wir bitten bei allem Verständnis für die Empörung darum, dass die Diskussion auf einer inhaltlichen Ebene bleibt."

Matthias Matuschik äußerte sich am Freitag ebenfalls auf der Bayern-3-Website. Er sei "sehr bestürzt" über die Reaktionen auf seine Äußerungen. "Es tut mir sehr leid und ich möchte mich aufrichtig entschuldigen."

Er habe sich darüber geärgert, dass BTS "den von mir sehr geschätzten" Song "Fix you" gecovert haben. "Die Nationalität der sieben Jungs sollte dabei keine Rolle spielen - sie zu erwähnen und den Zusammenhang mit einem Virus herzustellen, war komplett daneben." Nachdem er sich "in den vergangenen Stunden viele Gedanken gemacht" habe, verstehe er, dass er viele Hörer und insbesondere die asiatische Community "durch meine Worte rassistisch beleidigt haben könnte". Das sei aber niemals seine Absicht gewesen. "Ich habe einen großen Fehler gemacht, aus dem ich lernen werde. I am really sorry."

Bayern 3 hatte sich zunächst in einer offiziellen Stellungnahme vor Matuschik gestellt: "Es ist Charakter dieser Sendung und auch des Moderators, seine Meinung klar, offen und ungeschminkt zu äußern. In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS-Fans verletzt."

Auf Nachfrage, welche Konsequenzen die Äußerungen für Matuschik haben werden, erklärte eine Sprecherin: "Ob es Konsequenzen geben wird und welche, steht derzeit noch nicht fest. In einem ersten Schritt wurde ein sehr ernstes Gespräch mit Herrn Matuschik geführt, weitere werden folgen."

© SZ/tyc
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