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Bill Cosby plant Sitcom auf NBC:Witziger Kerl gesucht

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Entertainer Bill Cosby bei den jährlichen Jackie Robinson Foundation Awards in New York, 2009.

(Foto: AFP)

Der US-Sender NBC benötigt dringend eine erfolgreiche Sitcom. Bill Cosby hat den Kanal schon einmal nach vorne katapultiert - allerdings war das Mitte der 90er. Warum er mit 77 Jahren noch einmal ein Kunststück versucht.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Es gab eine Zeit, Mitte der 90er Jahre war das, da behaupteten nicht gerade wenige Menschen in Hollywood, dass die Abkürzung des Fernsehsenders NBC nicht für "National Broadcasting Company" stehen würde, sondern stattdessen für: "Need Bill Cosby" (Wir brauchen Bill Cosby).

Die überaus erfolgreiche Fernsehserie The Cosby Show war gerade nach 202 Episoden zu Ende gegangen. Und NBC schaffte es nicht, eine Sitcom zu etablieren, die ähnlich lustig und erfolgreich war. Noch schlimmer: Cosby unterschrieb damals einen Vertrag beim Konkurrenten CBS, dessen Kürzel daraufhin nur so interpretiert wurde: "Continue Bill's Success" - CBS setzt Bills Erfolg fort.

Probleme auf dem Komödienmarkt

Derzeit hat NBC wieder einmal Probleme, sich auf dem hart umkämpften Komödienmarkt durchzusetzen. Es gibt zwar erfolgreiche Formate wie Parks and Recreation und Community, doch gerade die in dieser Spielzeit gestarteten Serien - darunter auch die besonders stark beworbene Michael J. Fox Show - können die Erwartungen nicht erfüllen.

"Es gibt einige Enttäuschungen und die üblichen Fehlberechnungen", sagte NBC-Entertainment-Chef Bob Greenblatt kürzlich zu den Comedy-Flops. Er deutete gar an, künftig am Donnerstagabend Football statt Serien ausstrahlen zu wollen: "Wir würden gerne mehr Spiele der NFL zeigen - und der Donnerstag könnte überaus interessant für uns sein."

Womöglich erinnerte sich Greenblatt danach an den Spitznamen seines Senders in den Neunzigern, denn: NBC hat jetzt Bill Cosby verpflichtet. Er soll in einer neuen Serie, die von Herbst an ausgestrahlt wird, das Oberhaupt einer Multi-Generationen-Familie geben, bei der es um Themen in den Bereichen Ehe und Erziehung gehen soll.

Eine Serie ohne "Party-Gedöns"

Also ein bisschen wie die vielfach ausgezeichnete Serie Modern Family - nur ohne den bisweilen auch gemeinen Humor. "Ich glaube, dass es da draußen Zuschauer gibt, die eine Komödie sehen wollen, in der es um Wärme, Liebe und Klugheit geht - und die auf das ganze Party-Gedöns verzichtet", sagt Cosby. "Ich glaube, dass wir damit genug Menschen dazu bewegen können, Woche für Woche einzuschalten."

Von 1984 bis 1992 ist Cosby das zweifelsohne gelungen. The Cosby Show galt als erste amerikanische Fernsehserie, die mit den gängigen Stereotypen brach und eine gebildete und beruflich erfolgreiche schwarze Familie porträtierte, in der Konflikte pädagogisch wertvoll und politisch korrekt gelöst wurden. Fünf Spielzeiten in Folge waren die Geschichten über die Familie Huxtable das erfolgreichste Format im amerikanischen Fernsehen - vor allem sorgte The Cosby Show dafür, dass der Donnerstagabend zu einem Selbstläufer für NBC wurde.

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