Bildungsreise ins Krisengebiet:Es geht nicht um Politik, es geht um Liefers

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Hannes Jaenicke reist regelmäßig nach Südostasien, um dort Orang Utans vor Missbrauch und Heimtücke zu bewahren. Der Fernsehclown und Beckenbauer-Parodist Matze Knop war in Mazar e Sharif zur Truppenaufheiterung. Vor fünf Jahren schon reiste der eher mäßig bekannte Schauspieler Clemens Schick nach Afghanistan ("Wir waren komplett abgeschottet"), seine Agentur hatte zuvor bei der Presse angefragt, ob da nicht jemand mitfahren könnte.

Gerne klingeln deutsche Schauspieler in Redaktionen an und bitten darum, dass ein Journalist sie auf ihrer waghalsigen Mission begleiten möge. Bei Liefers fuhr ein Bild-Reporter mit, es gibt ein knappes Filmchen mit dem Schauspieler im schwarzen Hemd, der an jeder zerbombten Straßenecke ein Foto macht und sich Handyvideos mit Schlachtenszenen zeigen lässt.

Vor allem soll aber das hier rüberkommen: Liefers hat sich selbst einer immensen Gefahr ausgesetzt, zwei drei Tage lang jedenfalls. Es geht nicht um Aleppo und zerschossene Häuser. Nicht um Kinder, nicht um Politik. Es geht um Jan Josef Liefers und seinen Zynismus, in ein Kriegsgebiet zu fahren, um dann eine weltbewegende Katastrophe mit kindischen Lösungsvorschlägen zu banalisieren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir den Schauspieler Clemens Schick fälschlicherweise als "Sebastian Schick" tituliert. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler, der mittlerweile behoben wurde.

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