Seit Jahren trägt Bettina Rust, wenn in den Medien über sie gesprochen wird, den festen Beinamen „beste Interviewerin der Republik“. Meistens geht es aber nicht um sie, sondern sie befragt Schauspielerinnen, Influencer, Moderatorinnen, Showstars und Schriftsteller über ihren Musikgeschmack, ihre Familiengeschichten und wechselhaften Karrieren. Seit fast 24 Jahren gibt es ihre Interview-Sendung „Hörbar Rust“ auf Radio Eins im RBB. Und selbst wenn man ihre Gäste mal nicht kennen sollte, steht ihre Stimme immer für brillante Unterhaltung. In ihrem Podcast „Toast Hawaii“ spricht sie seit 2020 mit Prominenten scheinbar „nur“ übers Essen. Und obwohl das an sich schon ein unerschöpfliches Thema ist, werden die Folgen darüber hinaus so besonders intim und tief, lebendig und praxisnah, dass man Lust bekommt, den Spieß umzudrehen und die Interviewerin zu interviewen. Wie kriegt sie diese erstaunlich persönlichen Gespräche hin? Bettina Rust lädt in ihre Wohnung in Berlin-Schöneberg ein, wo sie auch ein eigenes Aufnahmestudio hat. Sie legt noch ein Scheit Holz in den Ofen und das Band läuft.
Interview„Es geht mir nicht darum, jemanden zu knacken“
Lesezeit: 8 Min.

Wenn alle Menschen miteinander reden würden wie in den Gesprächen von Bettina Rust, wäre das Land gerettet: Ihre Interviews in Radio und Podcasts sind so überraschend, intim und lustig wie lange Abende unter Freunden. Wie geht das?
Interview von Marie Schmidt
