Serienadaption der Gabaldon-Bestseller Plötzlich Highlanderin

Mehr Kitsch geht nicht: Werbeplakat für die Serie "Outlander".

(Foto: dpa)

Stramme Schotten in Kilts, eine schöne, resolute Heldin, das Leben in der wilden Natur: Vox zeigt die Verfilmung der Fantasy-Romane von Diana Gabaldon. "Outlander" funktioniert - mit Abstrichen.

Von Julia Weigl

Ronald D. Moore kennt sich aus mit fremden Wesen und Welten, sogar mit fremden Galaxien. Er produzierte Battlestar Galactica und war an der Star Trek-Reihe beteiligt. Mit dieser Vorgeschichte hat er es nun gewagt, die "Highland-Saga" von Diana Gabaldon zu verfilmen, in der die Fremdlinge auf den ersten Blick keine Außerirdischen sind, sondern ganz normale Menschen.

Viele junge Frauen sind dieser Fantasy-Liebes-Welt seit 1991 verfallen, dieser kuriosen Mischung aus historischen Fakten, Romantik und Zeitreise. Eingefleischte Fans der Bestseller taten sich zunächst schwer mit der aufwendigen TV-Adaption, freundeten sich dann aber doch damit an, weil auch ihr die Balance zwischen schwülstiger Romanze und faszinierender Highlands-Mystik gelingt: stramme Schotten in Kilts, eine schöne, resolute Heldin, das Leben in der wilden Natur.

Und Vox hat es hingekriegt, mit der Synchronfassung diesen Charme zu erhalten - mit einem kleinen Trick: Auch in der deutschen Version sprechen die Schotten Gälisch und niemand versteht etwas.

Verhängnisvolle Liaison mit einem fürsorglichen Schotten

So erlebt man als Zuschauer, was die Heldin Claire (Caitriona Balfe) durchmacht: Sie ist von einer Sekunde auf die nächste in einer fremden Welt gestrandet, im Schottland von 1743, obwohl sie eigentlich nur auf einer Reise mit ihrem Gatten Frank (Tobias Menzies) den Zweiten Weltkrieg vergessen möchte. Dort warten verwilderte Unabhängigkeitskrieger auf sie und eine verhängnisvolle Liaison mit dem fürsorglichen Schotten Jamie (Sam Heughan).

Einen kleinen Haken hat die Adaption aber doch: Die Serien-Claire kann ihre Gedanken nur über ihr Gesicht und einen säuselnden Off-Kommentar ausdrücken, während der Roman dafür gut eintausend Seiten Platz hat. "Ich kann zeigen, was die Leute denken. Und ich habe dafür so viel Platz, wie ich möchte. Deshalb kann ich den Charakteren mehr Tiefe geben", sagt Autorin Diana Gabaldon, die als Beraterin auch an der Serie mitwirkt.

Das ist das Problem am Fernsehen: Es muss kompakt sein und schnell. Dafür muss man bei Tiefgang und historischer Genauigkeit Abstriche machen. Halb so wild: Outlander funktioniert trotzdem.

Outlander, Vox, mittwochs, 20.15 Uhr.