BerlinSportverband erteilt Journalisten Hausverbot

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DESG-Präsident Matthias Große.
DESG-Präsident Matthias Große. Britta Pedersen/dpa

Hajo Seppelt und Jörg Mebus wurden von der Pressekonferenz der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft ausgeschlossen. Für den Deutschen Journalisten-Verband ein „unglaublicher Vorgang“, der DESG-Präsident spricht hingegen von einem „Hassspiel“.

Die Sportjournalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus haben ein Hausverbot für die für Donnerstag angesetzte Pressekonferenz der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) im Berliner Müggelturm erhalten. Zunächst hatte die Deutsche Presse-Agentur darüber berichtet.

Ein „Sportschau“-Bericht hatte zu Beginn der Olympischen Winterspiele über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein den Recherchen zufolge belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze berichtet. An diesem Bericht waren maßgeblich Seppelt und Mebus beteiligt.

„Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt“

Der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft, Matthias Große, sprach auf der Pressekonferenz von einer „Schmutzkampagne“ gegen seinen Verband. „Das, was passiert ist, ist die größte Schande. Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt“, sagte Große. Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, der seit 2020 an der Spitze des DESG steht, sprach von einem „Hassspiel“ gegen den Verband, sich und auch seine Partnerin. „Die ARD und Hajo Seppelt haben uns die Olympischen Spiele gecrasht, und das lassen wir nicht zu. Das geht so nicht“, sagte Große.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erklärt, dass es selbstverständlich sei, dass auch Kritiker zur Pressekonferenz eingeladen werden müssten. „Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen ist ein unglaublicher Vorgang“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. „Es geht nicht an, eine Pressekonferenz wie einen closed shop zu organisieren.“

Auch der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestiert gegen die Nichtzulassung von Seppelt und Mebus. „Die Nichtzulassung der Kollegen werten wir als klaren Eingriff in die Pressefreiheit“, teilte der Verband mit. „Ihre Gemeinschaft wird mit öffentlichen Geldern gefördert, an die daraus erwachsende Verantwortung möchten wir hier eindringlich erinnern.“ Dem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, trete man „vehement entgegen“, schrieb der VDS. Der Deutsche Olympische Sportbund als Dachorganisation kritisierte das Hausverbot durch die DESG. „Wir erwarten von unseren rechtlich eigenständig und autonom handelnden Mitgliedsorganisationen, dass sie die Pressefreiheit in gleicher Weise respektieren, wie wir das tun“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Pressefreiheit sei ein „essenzielles Gut unserer Demokratie, das der DOSB selbstverständlich respektiert und wertschätzt“.

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