Boateng-DokuBayerischer Rundfunk lenkt ein

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Jérôme Boateng 2024 vor Gericht in München. Wegen einer Serie über den Ex-Fußballprofi hat der Bayerische Rundfunk nun eine Unterlassungserklärung abgegeben.
Jérôme Boateng 2024 vor Gericht in München. Wegen einer Serie über den Ex-Fußballprofi hat der Bayerische Rundfunk nun eine Unterlassungserklärung abgegeben. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Der BR und die Produktionsfirma der Dokuserie „Being Jérôme Boateng“ verpflichten sich, Fotos der Kinder des Ex-Fußballprofis zukünftig nicht mehr zu veröffentlichen.

Der Bayerische Rundfunk und die Produktionsfirma der dreiteiligen Fernsehdoku „Being Jérôme Boateng“ haben sich mit einer Unterlassungerklärung verpflichtet, keine Fotos der Kinder des ehemaligen Fußballspielers mehr zu zeigen. Das teilte die Anwaltskanzlei von Boatengs Ex-Frau, der Mutter der Kinder, in einer Pressemitteilung auf X mit.

„Die Doku zeichnet von Jérôme Boateng das falsche Bild des treusorgenden Familienvaters. Deshalb ist es zu begrüßen, dass die Kinder hierfür nicht weiter instrumentalisiert werden können“, teilt der Anwalt Simon Bergmann der SZ mit. Sowohl der BR als auch die Produktionsfirma hätten Unterlassungserklärungen abgegeben, die Fotos dürften nicht mehr veröffentlicht werden.

In der im Ersten und der ARD-Mediathek ausgestrahlten Doku seien mehrfach Fotos der minderjährigen Kinder von Boateng gezeigt worden, obwohl die Mutter der Veröffentlichung bereits vor der Ausstrahlung widersprochen habe. Daraufhin habe die Kanzlei beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung beantragt, was nun zum Erfolg führte. Das Gericht bestätigte, dass BR und Produktionsfirma einer Entscheidung zuvorgekommen seien und von sich aus Unterlassungserklärungen abgegeben hätten.

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An „Being Jérôme Boateng“ hatte es Kritik gegeben, weil die Serie stark die Perspektive des Ex-Fußballers und FC-Bayern-Stars betonte und auf das Privatleben Boatengs - vor allem auf Gewaltvorwürfe und Gerichtsprozesse mit der Mutter seiner Kinder - weniger einging.  Die Regisseurin hatte auf fehlende Gesprächsbereitschaft der Gegenseite verwiesen, die zu dem Ungleichgewicht im Film geführt habe.

Boateng war 2024 wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen seine Ex-Frau - die Mutter der Kinder - verurteilt worden. Eine Geldstrafe wurde allerdings nur unter Vorbehalt verhängt. Auch wegen der Beziehung zu seiner 2021 verstorbenen Ex-Freundin Kasia Lenhardt stand Boateng im Fokus der Berichterstattung.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung war nicht hinreichend kenntlich, dass sich Bayerischer Rundfunk und die Produktionsfirma der Doku-Serie „Being Jérôme Boateng“ durch Unterlassungserklärungen verpflichteten, keine Fotos der Boateng-Kinder mehr zu publizieren. Dem Landgericht Hamburg lag dazu ein Antrag auf Einstweilige Verfügung vor, der sich durch die Abgabe der Unterlassungserklärungen erledigt hatte. Das Landgericht Hamburg hatte der SZ bestätigt, dass solche Unterlassungserklärungen abgegeben worden waren. Wir haben das im Text verdeutlicht.

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