„Becoming Karl Lagerfeld“ auf Disney+:Es war Liebe

Lesezeit: 4 min

Zu wenig Substanz für sechs Folgen: Daniel Brühl als Karl Lagerfeld (l.) und Théodore Pellerin als Jacques de Bascher. (Foto: Caroline Dubois/Jour Premier/2023 Disney)

Eine Miniserie über den jungen Karl Lagerfeld mit einem grandiosen Daniel Brühl hat das Zeug zum Geniestreich – leider gönnt sie sich zu viel aufdringliche wie frei erfundene Intimität.

Von Tanja Rest

Im Jahr 1972 begegnete Karl Lagerfeld in der Pariser Bar Nuage einem jungen Gigolo mit Bleistiftbärtchen und dem etwas protzigen (nach hinten raus frei erfundenen) Namen Jacques de Bascher de Beaumarchais. 18 Jahre Altersunterschied. Sie wurden ein Paar, die Beziehung hielt bis zu Jacques’ Tod durch Aids im September 1989. Wobei das Wort Beziehung ein wenig in die Irre führt, Arrangement trifft es eher. Jacques mochte an Karl, dass er in der Mode war, schicke Leute kannte und Geld hatte. Karl mochte an Jacques, dass er jung und hübsch war und all das tat, womit er sich selbst nicht einschmutzen mochte, also saufen, koksen, Party machen und sich kreuz und quer durch Paris vögeln. Es war eine voyeuristisch einvernehmliche Beziehung. Es war ganz sicher Liebe.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusSerien über High Fashion
:Schatten aus Seide

Daniel Brühl als Karl Lagerfeld, dann noch Balenciaga und Dior - dieses Jahr sind Serien über Haute Couture schwer in Mode. Allerdings ist die Zeit der bedingungslosen Bewunderung vorbei.

Von Jan Freitag

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: