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Beckenbauer hört bei "Bild" auf:Der Schweigekaiser

Nach über dreißig Jahren bei der "Bild" zieht Franz Beckenbauer jetzt einen Schlussstrich beim Boulevardblatt.

Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer Foto: Andreas Gebert/dpa

(Foto: dpa)

Bis zur Verabschiedung ihres freien Mitarbeiters hat Bild die Illusion aufrechterhalten, dass Franz Beckenbauer seine Beiträge für das Blatt selbst verfasst hätte. "Nach 34 Jahren schreibt er hier seine letzte Kolumne", teilte die Zeitung am Mittwoch mit.

Aber das war eine Ente: Beckenbauer, 71, hat nicht am Schreibtisch gesessen und Thesen zur Lage der Nationalelf, des FC Bayern und des deutschen Fußballs gedichtet. Ein Protokollant nahm seine Sätze auf und verarbeitete sie für beide Seiten gewinnbringend, mit oft großer, manchmal gewaltiger Wirkung.

"Die Meinung von Herrn Beckenbauer ist wichtig in Deutschland", sagte vor zehn Jahren der holländische Bayern-Profi Mark van Bommel, ein cleverer Mann, wie die schmeichelnde Wertschätzung ("Er hat meistens recht") zu erkennen gab.

Beckenbauers Beiträge fanden üblicherweise umgehend ein Echo in den Sport-Medien; seine Äußerungen hatten - dem Rang des Kaisers entsprechend - hoheitliche Autorität und gaben Bild Gelegenheit, Fußballdebatten zu beeinflussen .

Er war ein nützlicher Gehilfe des Medienbetriebs. Uli Hoeneß und andere Ober-Bayern haben zwar oft daran gelitten, wie Beckenbauers gedruckte Ansichten die Vereinspolitik störten, trotzdem hat ihn die Fußballfamilie immer lieb gehabt. Wie Rudi Völler einst als DFB-Teamchef feststellte: "Man kann dem Franz ja nie richtig böse sein - das ist ja das Problem."

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