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BBC-Starmoderator Jeremy Clarkson:Eine Attacke zu viel

Jeremy Clarkson

Wegen ihm musste sich die BBC bei den Mexikanern entschuldigen: Jeremy Clarkson.

(Foto: dpa)
  • Die BBC hat entschieden, den Vertrag mit ihrem suspendierten Star-Moderator Jeremy Clarkson nicht mehr zu verlängern.
  • Clarkson ist seit langem wegen seines beleidigenden Auftretens umstritten.
  • Seine Autosendung "Top Gear" war auf der ganzen Welt allerdings extrem beliebt.
  • Der Protest seiner Anhänger konnte die BBC-Entscheider nicht umstimmen. Clarkson dürfte trotzdem leicht einen anderen Sender finden, der ihn beschäftigen will.

Wer sich für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander, Minderheitenrechte oder Umweltschutz engagiert, kann aufatmen. Jeremy Clarkson, Europas umstrittenster Fernsehmoderator, muss gehen. Endgültig. Am Mittwoch gab die BBC bekannt, dass sie den Vertrag ihres vor zwei Wochen suspendierten Spitzenmitarbeiters nicht verlängern werde. Er läuft nächste Woche aus.

Tony Hall, Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Anstalt, bestätigte, dass der 54-Jährige einen Produzenten seiner weltweit ausgestrahlten Autosendung "Top Gear" attackiert und beleidigt habe. Damit sei für ihn, Hall, "eine Linie überschritten". Am Donnerstag meldeten britische Medien dann, dass dem geschassten Moderator wohl strafrechtliche Ermittlungen wegen des Vorfalls drohen.

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Es ist ein Absturz. Aber keine Überraschung.

Jeremy Clarkson, diese hünenhafte, nicht wirklich attraktive Gestalt mit den grauen Pudellöckchen, hat es in einer einzigartigen, mehr als Vierteljahrhundert währenden Karriere geschafft, so ziemliche jede gesellschaftliche Gruppe mindestens einmal zu beleidigen.

So alt wie "Top Gear" sind auch die Forderungen, ihn und das Format aus dem Programm zu werfen. Ein Beispiel: In der 16. Staffel nahm sich Clarkson für eine Episode Albanien vor. Das kleine Land wurde als schwerkriminelles Nest portraitiert. Beim Autotest ging es dann auch nicht um die Motorleistung, sondern um den Kofferraum - und die Frage, in welchem Modell man am besten eine Leiche von A nach B transportieren kann.

Vorwürfe wegen Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie

Der albanische Botschafter in Großbritannien blieb damals gelassen, anders als etwa sein mexikanischer Kollege. Der erreichte 2011, dass sich die BBC für die Darstellung seiner Landsleute als faule, auf Kakteen starrende Nichtsnutze entschuldigen musste.

Die Vorwürfe gegen Clarkson wegen Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Homophobie haben sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag.

Die Frage lautet also nicht, weshalb Clarkson jetzt rausfliegt? Sondern: Wie um alles in der Welt konnte dieser Typ so lange in der Öffentlichkeit überleben, zumal in einer derart auf Ausgewogenheit getrimmten Umgebung wie der öffentlich-rechtlichen BBC.