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BBC:Regierung prüft Finanzierung

Der britische Premierminister Boris Johnson treibt seine Pläne für eine Neuordnung des Bezahlmodells bei der BBC voran. Man wolle darüber beraten, ob eine Nichtbezahlung der Rundfunkgebühr für die BBC weiterhin strafbar sein solle, sagte die Kultusmininisterin in einer Rede am Mittwoch. Wäre sie das nicht mehr, würde das die BBC nach Schätzungen des Senders etwa 200 Millionen Pfund pro Jahr kosten.

Ähnlich wie die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland wird die BBC über Gebühren finanziert. Jeder Haushalt zahlt pro Jahr 154,50 Pfund, umgerechnet 182 Euro. Wer das nicht tut, riskiert eine Geldbuße oder in seltenen Fällen auch eine Haftstrafe. 2018 wurden mehr als 121 000 Menschen zu Geldstrafen verurteilt, weil sie die Gebühr nicht entrichtet hatten. Fünf kamen wegen mehrfacher Verweigerung von Zahlungen ins Gefängnis. "Viele Leute halten es für falsch, dass man ins Gefängnis kommen kann, weil man seine TV-Gebühren nicht zahlt", sagte die Ministerin. Die Gebühren brachten der BBC im vergangenen Jahr insgesamt 3,69 Milliarden Pfund (4,3 Milliarden Euro) ein.

Die Regierung plant aber zudem eine grundlegende Reform der BBC-Finanzierung zum Jahr 2027, wenn der aktuelle Vertrag, BBC-Charta genannt, ausläuft. Downing Street denkt offenbar über die komplette Abschaffung der Lizenzgebühr und die Einführung eines Abonnementmodells wie bei Netflix nach. Bei der BBC heißt es, Netflix sei hoch verschuldet; ein Streamingdienst könne kein Modell sein.

© SZ vom 07.02.2020
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