GroßbritannienBBC will bis zu 2000 Stellen streichen

BBC-Interimschef Rhodri Talfan Davies schrieb in einer Mail an Mitarbeiter, es werde „ein paar große und schwere Entscheidungen“ geben.
BBC-Interimschef Rhodri Talfan Davies schrieb in einer Mail an Mitarbeiter, es werde „ein paar große und schwere Entscheidungen“ geben. Kin Cheung/AP

Die Rundfunkanstalt will innerhalb der kommenden drei Jahre zehn Prozent der Ausgaben kürzen. Dabei könnten auch ganze Sender wegfallen.

Bei der BBC könnte fast jeder zehnte Arbeitsplatz wegfallen. Das berichten mehrere britische Medien unter Berufung auf Teilnehmer einer Mitarbeiterversammlung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Großbritannien. Demnach könnten bis zu 2000 Stellen gestrichen werden – bei etwa 21 500 Mitarbeitern insgesamt. Die Maßnahme sei Teil der Bemühungen, innerhalb der kommenden drei Jahre zehn Prozent der Ausgaben zu kürzen. Der Sender selbst sprach von 1800 bis 2000 Stellen.

Interimschef Rhodri Talfan Davies schrieb dazu in einer Mail an Mitarbeiter: „Vereinfacht ausgedrückt, wird die Lücke zwischen unseren Ausgaben und den Einnahmen größer.“ Verantwortlich dafür seien unter anderem Inflation, Lizenzgebühren und ein Werbemarkt, der unter Druck stehe. Der Medien-Sendung von BBC Radio 4 sagte er außerdem, alles müsse geprüft werden. Und: Es werde „ein paar große und schwere Entscheidungen“ geben. Er schloss nicht aus, dass ganze Sender wegfallen könnten.

Das Finanzierungsmodell der BBC über verpflichtende Beiträge ist seit Längerem stark umstritten

Philippa Childs, die Vorsitzende der Gewerkschaft Bectu, warnte, dass „Kürzungen in dieser Größenordnung“ für die Belegschaft ebenso wie für die BBC insgesamt „zerstörerisch“ seien. Erst im Februar hatte die Mutter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten angekündigt, 500 Millionen Pfund einsparen zu wollen.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Finanzierungsmodell der BBC über verpflichtende Beiträge seit Längerem stark umstritten ist. Die konservative Vorgängerregierung, die der BBC Linkslastigkeit vorwarf, hatte Beitragserhöhungen zuletzt für zwei Jahre ausgesetzt. Zudem gab es Pläne, die Beiträge ganz abzuschaffen und stattdessen ein Abo-Modell einzuführen wie bei Streamingdiensten. Auch unter der aktuellen Labour-Regierung wird eine grundlegende Reform der Finanzierung diskutiert.

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