Auszeichnung New York Times für Weinstein-Enthüllungen mit Pulitzer-Preis ausgezeichnet

Die New York Times wurde in mehreren Kategorien ausgezeichnet.

(Foto: AP)

Die "New York Times" und "The New Yorker" teilen sich den Pulitzer-Preis für die Berichterstattung im Fall Harvey Weinstein. Die Times bekam noch einen zweiten Preis - gemeinsam mit der "Washington Post".

Die New York Times und das Magazin The New Yorker teilen sich den Pulitzer-Preis 2018 in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit". Dies gab die Pulitzer-Journalisten-Schule am Montagabend bekannt. Beide Medien wurden für ihre Recherchen über sexuelle Belästigungen und die Behandlung von Frauen in Hollywood ausgezeichnet,

Die NYT machte dabei mit ihren Veröffentlichungen über den Nachrichtensprecher von Fox News, Bill O'Reilly den Anfang, gefolgt von den zeitgleich mit dem New Yorker veröffentlichten Berichten über den Produzenten Harvey Weinstein. Die Reportagen zogen eine Reihe von öffentlichen Aussagen von prominenten Frauen nach sich, die öffentlich machten, sexuell belästigt worden zu sein. In der Öffentlichkeit wurde das Thema unter dem Begriff #MeToo diskutiert.

Der Preis für die nationale Berichterstattung geht an die New York Times und die Washington Post für ihre Berichterstattung, die mögliche Verbindungen zwischen dem Team von US-Präsident Donald Trump und der russischen Regierung offenlegte. Die Post wird zudem mit dem Preis für investigative Recherche ausgezeichnet. Dabei ging es um den Fall des republikanischen Senators von Alabama, Roy Moore, dem mehrere Frauen, darunter eine 14-Jährige sexuelle Belästigung vorwerfen.

US-Rapper Kendrick Lamar, 30, wird mit ebenfalls einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Lamar erhalte die renommierte Ehrung für sein 2017 veröffentlichtes Album "Damn", sagte Dana Canedy, Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise. Das Album sei eine "virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik", sagte Canedy. Es biete "eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afro-amerikanischen Lebens einfangen".

Auch Berichterstattungen über die geplante Mauer an der US-Grenze mit Mexiko ("Arizona Republic"), die Heroin-Epidemie in Ohio ("Cincinnati Enquirer") und Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss ("GQ"), wurden ausgezeichnet.

Der Pulitzer-Preis ist einer der wichtigsten US-amerikanischer Journalistenpreise. Er wurde vom Journalisten und Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftet und wird seit 1917 verliehen. Jährlich gibt die Pulitzer-Journalisten-Schule an der New Yorker Columbia Universität die Preisträger bekannt, die von einer Jury aus US-amerikanischen Journalisten und Verlegern ausgewählt werden. Das Preisgeld beträgt bis zu 10 000 US-Dollar.

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