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Atze Schröder im Gespräch:"Ich verspreche, nicht einzuschlafen"

Kabarettist Atze Schröder über seine 24-Marathon-Livesendung, Witze zum Fall Kachelmann und Stefan Raab.

Der Comedian Atze Schröder will ab Samstagmittag eine Live-Sendung bestreiten, die 24 Stunden am Stück läuft. Übertragen wird das ganz im Internet, auf der Seite www.ich-kann-24-stunden.de. sueddeutsche.de hat vorher mit Schröder gesprochen.

Atze Schröder

"Es ist meine größte Sorge, einzuschlafen" - Kabarettist Atze Schröder.

(Foto: dpa)

sueddeutsche.de: Guten Tag Herr Schröder, wie geht es Ihnen?

Atze Schröder: Danke gut, ich bin ausgeschlafen.

sueddeutsche.de: Das ist gut: Sie wollen ja auch am Samstagmittag die längste Comedy-Show aller Zeiten starten, wie Sie sagen. Mal ehrlich, wollen Sie wirklich 24 Stunden lang auftreten?

Schröder: Ja. Es war natürlich verlockend zu sagen, da zeichnen wir vorher etwas auf, aber das würde dem Konzept nicht entsprechen. Ich bin wirklich gespannt, ich war überhaupt noch nie 24 Stunden am Stück wach.

sueddeutsche.de: Was, wenn Sie dennoch einschlafen?

Schröder: Ja, das ist meine größte Sorge. Aber Gott sei Dank habe ich im Freundeskreis viele Ärzte und einer hat sich bereiterklärt, mich während der Sendung zu betreuen. Ich verspreche, dass ich nicht einschlafe. Wenn es dann doch passiert, habe ich auf jeden Fall verloren.

sueddeutsche.de: Das klingt ein bisschen nach einer Atze-Schröder-Big-Brother-Show.

Schröder: Naja, ich werde ja nicht Duschen oder Kuscheln. Die Idee ist mit Autoren entstanden, die für mich und auch für Late-Night-Shows schreiben - unter anderem für Harald Schmidt und für Stefan Raab. Mit denen habe ich bei einem Bierchen in einer Hotelbar gesessen, was man mit Autoren halt so macht ...

sueddeutsche.de: ... ah, und da haben sie überlegt, dass Sie 24 Stunden Late-Night machen wollen?

Schröder: Genau, wenn es schon schwierig ist, eine Stunde mit Programm zu füllen, versuchen wir es doch mal mit einem ganzen Tag.

sueddeutsche.de: Logisch. Und wie wollen Sie sich den Text merken?

Schröder: Das werden mehr Stichpunkte sein. Aber wenn Harald Schmidt auf Pappen gucken kann, darf ich das doch auch, oder?

"Ich liebe dich, aber rund um die Uhr gucke ich dich nicht"

sueddeutsche.de: Da wird es um aktuelle Themen gehen, wie etwa um den Fall Kachelmann?

Schröder: Da haben ja jetzt schon so viele Hunde geschnüffelt, da ist kein Stein mehr umzudrehen. Mir fällt da auch kein Witz mehr zu ein. Ich hab ja selbst schon so viele Witze dazu gemacht.

sueddeutsche.de: Zum Beispiel?

Schröder: Wie heißt ein Fließenleger im Knast? Kachelmann. Ich sag ja abends schon auf der Bühne: Ich mach heute keine Witze über Kachelmann. Aber sonst wird natürlich die aktuelle Nachrichtenberichterstattung eingebaut werden.

sueddeutsche.de: Mit Ihrer Show übertrumpfen Sie sogar noch Stefan Raabs Mammutauftritte von sieben Stunden und mehr...

Schröder: Ja, der wird wohl auch selten zu Hause sein, oder? Aber so, wie ich ihn kenne, wird er nun bald eine 25-Stunden-Sendung machen.

sueddeutsche.de: Sie haben einige Gäste eingeladen - sollen die dann ein paar Stündchen überbrücken, damit Sie hinter der Kamera ein bisschen schlafen können?

Schröder: Nein! Das soll ja wirklich wie Late-Night sein mit interessanten Gästen zu unterschiedlichen Themen, also Fachleute.

sueddeutsche.de: Für welches Thema ist denn Boris Becker als Experte eingeladen?

Schröder: Frauen, glaube ich! Da wird es darum gehen: Wie lerne ich am besten welche Frauen kennen?

sueddeutsche.de: Das Ganze machen Sie nicht ehrenamtlich, sondern im Auftrag eines Shoppingportals. Wird das so sein, dass Sie dann zwischendurch immer wieder zum Einkaufen aufrufen?

Schröder: Das habe ich mir verbeten. Wir brauchten einen Sponsor und da kam uns das gerade recht. Werbung findet aber geplanterweise nicht statt. Wenn, dann muss sich das so ergeben. Aber wir werden sechs Laptops verlosen.

sueddeutsche.de: Und sie werden dann währenddessen so oft die Plattform erwähnen, wie andere heimlich immer wieder das Wort "Weightwatchers" fallenlassen?

Schröder: Och, das ist ja auch über Jahre nicht aufgefallen. Wenn mir das auch gelingt... Im Ernst, inhaltlich wird das nicht thematisiert.

sueddeutsche.de: Und wer soll das alles gucken?

Schröder: Idealerweise stelle ich mir natürlich vor, dass Leute wirklich 24 Stunden vor dem Rechner sitzen.

sueddeutsche.de: Ehrlich? Finden Sie denn Leute, die sich 24 Stunden Schröder anschauen, wirklich sympathisch?

Schröder : Ich würde selbst wahrscheinlich auch nicht länger als eine Stunde am Stück gucken, aber zwischendurch immer mal wieder reinzappen. Und meine Freundin hat schon gesagt: Ich liebe Dich, aber rund um die Uhr gucke ich Dich nicht.