Arte-DokuMit 42 in Rente

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Szene aus der Doku „Abschied von der Oper“: Aurélia Bellet in der Maske für den zweiten Akt von „Giselle“.
Szene aus der Doku „Abschied von der Oper“: Aurélia Bellet in der Maske für den zweiten Akt von „Giselle“. (Foto: Yonathan Kellerman/ARTE France)

Eine sehenswerte Arte-Doku gibt Einblick in die harte Arbeit von Tänzerinnen und Tänzern an der Pariser Oper. Es ist das Porträt eines prekären Berufsstandes – und eine Hommage.

Von Dorion Weickmann

Et voilà – routiniert versenkt Alice Renavand die nächste Kippe in der Plastikflasche, in der schon drei Dutzend filterlose Zigarettenreste aneinanderkleben. Wenig später hievt die Ballerina der Pariser Oper eine Nähmaschine auf ihren Schminktisch, um Satinbänder an den Spitzenschuhen anzubringen. Alltagsgeschäft für die Starsolistin mit dem Exzellenz-Etikett „Danseuse étoile“. Der Titel gilt lebenslang, auch wenn Renavand in wenigen Wochen der Bühne, den Kollegen und dem Publikum Adieu sagen wird. Oder besser: sagen muss. Mit 42 Jahren hat sie die Pensionsgrenze erreicht. Ob Jahrhunderttalent oder Gruppentänzerin, weiblich oder männlich – das Reglement der Pariser Oper macht beim Eintritt in den Ruhestand keine Ausnahme.

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