In diesem „Tatort“ sind Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nur vordergründig die Ermittler. Tatsächlich sind sie die letzten, grundguten Bewahrer des liberalen Staates. Ihnen gegenüber steht die Umsturzlust: Demonstranten rotten sich in der Wiener Innenstadt zusammen, um das Regierungsviertel zu stürmen, Beamte halten dagegen, schließlich liegt ein Mann tot auf dem Boden. War’s die Polizei? Die Tätersuche ist kompliziert, schon die Struktur des Mobs ist schwer durchschaubar. „Junge Mütter mit ihren Kindern zwischen Hooligans und irgendwelchen Regenbogenfahnenschwenkern“ hat Eisner erkannt. Auch Querdenker, linke und rechte Extremisten, Verschwörungstheoretiker und andere Irrgläubige teufeln gegen System und Systemlinge, gegen Mainstream und Medien. Gegen die Demokratie, die depperte. „Die ganzen Leute, die da unten gegen den Staat spazieren – was soll man mit denen tun?“ fragt Eisner und touchiert damit das Thema der Zeit.
„Tatort“ aus WienEs ist ernst
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Die Ermittler Eisner und Fellner finden nach einem Aufmarsch von Demokratieverächtern ihre Stadt in Scherben. Ein „Tatort“, der viel will und sich dabei verhebt.
Von Holger Gertz
