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ARD-Produktionstochter:Machtfülle an der Degeto-Spitze

Christine Strobl

ARD Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl.

(Foto: ARD Degeto/Laurence Chaperon)

Christine Strobl hat sich von ihrem Posten bei der Degeto trotz Versuchungen nicht abwerben lassen. Das hat sich gelohnt: Sie leitet künftig die mächtige ARD-Produktionstochter allein.

Von David Denk

Jetzt ist es amtlich: Für Christine Strobl hat es sich gelohnt, an ihrem Job an der Spitze der Degeto festzuhalten - versüßt wird ihr diese Loyalität mit der Alleinherrschaft über die ARD-Einkaufs- und Produktionstochter mit einem Jahresbudget von 400 Millionen Euro. Wie das Unternehmen mitteilte, wird Strobl, seit Juli 2012 programmliche Geschäftsführerin, nach dem Weggang des kaufmännischen Geschäftsführers Gerhard Schneider zum 1. März ("einvernehmlich aus privaten Gründen") dessen Bereich mitverantworten. Das haben Aufsichtsrat und Gesellschafter einstimmig beschlossen. "Das Vier-Augen-Prinzip wird durch zwei Prokuristen gewährleistet", sagte der Aufsichtsratschef, NDR-Intendant Lutz Marmor, mit Blick auf mögliche Kritik an Strobls neuer Machtfülle.

Damit dürften auch die letzten Spekulationen enden, dass Strobl eine Kandidatin für die Nachfolge von SWR-Intendant Peter Boudgoust sein könnte. Ihrem Heimatsender ist sie verbunden, eine Rückkehr galt lange als Karriere-Option, doch mittlerweile ist ihr Ehemann stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Eine Kandidatur widerspräche ihrer Auffassung von nötiger Distanz zur Politik, sagte Strobl, deren Vater Wolfgang Schäuble ist, kürzlich in einem Interview.

Offen ist weiter die Nachfolge von Degeto-Redaktionsleiter Sascha Schwingel, der im Frühsommer Vox-Geschäftsführer wird. Klar ist jedoch: Seine Position wird nachbesetzt. Alles kann auch Superchefin Strobl nicht alleine wuppen.

© SZ vom 08.02.2019
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