ARD-Krimi "Tatort" verabschiedet sich aus Luzern

Neun Jahre lang gaben Delia Mayer und Stefan Gubser das Tatort-Duo Liz Ritschard und Reto Flückiger. 2019 ist Schluss.

(Foto: dpa)

Das Kommissar-Team Delia Mayer und Stefan Gubser will nicht mehr. Den "Tatort" aus der Schweiz gibt es aber weiterhin.

Die Beziehung des deutschen Fernsehpublikums zum Schweizer Tatort war nie unkompliziert, seit der erste Fall aus Luzern im Jahr 2011 wegen mangelhafter Qualität zurückgezogen und verschoben werden musste.

Den Verdacht, den Ansprüchen der Reihe nicht gerecht werden zu können, wurden die Ermittler aus Luzern in all den Jahren nicht los. Das lag auch - aber nicht nur - an der Sprachbarriere: Die Folgen werden auf Schweizerdeutsch gedreht und für die ARD-Ausstrahlung synchronisiert, was die Episoden oft noch viel behäbiger wirken ließ, als sie es ohnehin waren.

Jetzt ist Schluss in Luzern, der Sender SRF und das Ermittler-Duo Stefan Gubser und Delia Mayer haben sich einer Mitteilung zufolge entschieden, nach neun Jahren und 17 Folgen "zu neuen Horizonten aufzubrechen". Gubser spielte Kommissar Reto Flückiger, Mayer seine Ermittlerkollegin Liz Ritschard, beide blieben dem Zuschauer in all den Jahren seltsam fremd. Die letzten beiden Luzerner Folgen werden 2019 ausgestrahlt.

Ein Ende des Schweizer Tatort bedeutet die Kommissariatsschließung in Luzern allerdings nicht, künftig soll in Zürich ermittelt werden, in welcher Besetzung ist allerdings noch unklar. Die sprachliche Hürde bleibt dadurch allerdings erhalten, auch die Fälle aus Zürich sollen auf Schweizerdeutsch gedreht und nachträglich für Zuschauer von München bis Münster verständlich gemacht werden.

"Deutschland und Schweiz - im Grunde sind wir uns doch ähnlich"

Schweizer haben im Moment in Deutschland ein Imageproblem. Einer findet jedoch den Weg in Millionen deutsche Haushalte: Stefan Gubser alias Reto Flückiger im Luzerner "Tatort". Im Interview mit Süddeutsche.de spricht er über seine Rolle als Kommissar, den deutsch-schweizerischen Bruderzwist und die Krux mit den Steuerhinterziehern. Christopher Pramstaller mehr...