Andrew Breitbart Kampf dem linken Bias

Der New Yorker nennt Breitbarts Blog-Netzwerk eine "rage machine", eine Maschine, die Wut erzeugt. Das ist, man muss das ja immer betonen, natürlich nicht der Fehler des Internets. Es gibt in Amerika hervorragende Online-Publikationen wie Pro Publica, die das Niveau der Debatte durchaus heben; es gibt aber eben auch biggovernment.com und dessen angeschlossene Blogs und Privatfunkhäuser, die eine abgeschlossene Welt bilden. In dieser Paralleldimension versichern sich die Teilnehmer gegenseitig ihrer Meinung, blocken unangenehme Informationen und finden immer weniger Gemeinsamkeiten mit anderen Fraktionen. "Balkanisierung des Internets", nennt der Jurist und Autor Cass Sunstein dieses Phänomen.

Obwohl Andrew Breitbart viele Millionen Leser und einen hochdotierten Buchvertrag hat, nennt er sein Tätigkeitsfeld gerne "Undermedia" - die kleinen Medien. Sich selbst sieht er als Widerstandskämpfer gegen den Mainstream. Breitbart spricht oft vom "liberal media bias" (LMB), der angeblichen Verschwörung der linken Medien und dem so produzierten Verblendungszusammenhang. Der eigene Aktivismus ist in seinen Augen als Ausgleichsmaßnahme gerechtfertigt.

Amerikas Zeitungen und Sender haben inzwischen viel Respekt vor dem geschäftsschädigenden "LMB"-Vorwurf. Auch deshalb neigen viele von ihnen nicht nur dazu, die Geschichten und Gerüchte aus dem Breitbart-Universum zu übernehmen, sondern diese nicht einmal auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Objektivität heißt im US-Journalismus immer öfter nicht: Berichterstattung auf Grundlage von Fakten. Um keine Zielgruppe zu vergrätzen, belässt man es stattdessen dabei, einfach beide Fraktionen des Kulturkampfes zu Wort kommen zu lassen. Breitbart gilt in diesem System als Parteigänger und Aktivist, nicht als Lügner und Fälscher. Seine Stimme zählt.