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Abhörskandal bei "News of the World":Murdoch-Vertraute soll Millionen-Abfindung erhalten haben

Wegen umstrittener Recherchepraktiken in ihrem Verlag war Rebekah Brooks als Chefin von News International zurückgetreten. Dieser Schritt soll ihr Medienberichten zufolge mit einer Abfindung in Millionenhöhe erleichtert worden sein.

Rebekah Brooks To Enter Plea Over Perverting The Course Of Justice

Wegen des Abhörskandals war Rebekah Brooks als Chefin von News International zurückgetreten - allerdings nicht ohne finanzielle Abfederung, wie jetzt bekannt wurde.

(Foto: Getty Images)

Die frühere Chefin von News International, Rebekah Brooks, hat einem Zeitungsbericht zufolge nach ihrem Rücktritt eine Abfindung in Millionenhöhe erhalten. Wie die Financial Times meldete, erhielt Brooks mehr als sieben Millionen Pfund (umgerechnet rund 8,7 Millionen Euro) im vergangenen Jahr. Die Abfindung habe aus Bargeld, Pensionszahlungen, Beihilfen zu Anwaltsrechnungen und einem Auto mit Chauffeur bestanden.

Brooks war in Folge des Abhörskandals bei der britischen News-Corp-Verlagstochter zurückgetreten. Sie steht im Mittelpunkt der Affäre um hoch umstrittene Recherchepraktiken, die den News-Corp-Konzern von Medienzar Rupert Murdoch im vergangenen Jahr in Bedrängnis gebracht hatten.

Mitarbeiter der zu Brooks' Verlag gehörenden Boulevard-Sonntagszeitung News of the World sollen Handys von Prominenten, Eltern getöteter Soldaten und entführter Kinder abgehört haben, um an Informationen zu kommen.

Die frühere Chefredakteurin des Boulevardblatts Sun und spätere Chefin von News International muss sich im kommenden Jahr vor Gericht verantworten. Eine Sprecherin von News International wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Der Sprecher von Brooks war zunächst nicht erreichbar.

Wie hoch Brooks Abfindungen wirklich sind, könnte auch auf dem Treffen der News-Corp-Aktionäre in Los Angeles zur Sprache kommen, berichtet der britische Guardian. Sollte Brooks schuldig gesprochen werden, muss sie das Geld unter Umständen zurückzahlen, heißt es unter Berufung auf Firmen-Insider.