Anglizismus des Jahres – Waterkantgate 1987

Dazu gehört auch die Affäre um den damaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, aus dem Jahre 1987. Der CDU-Politiker ließ vor der Landtagswahl den Gegenkandidaten der SPD, Björn Engholm, durch Privatdetektive beschatten. In der Hoffnung, mit Details über das Intimleben Engholms im Wahlkampf punkten zu können. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sprach Barschel in Kiel vor der Presse: "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind." Zwei Wochen später trat er von seinem Amt als Ministerpräsident zurück, wenige Tage darauf wurde er tot in einem Hotelzimmer gefunden. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht abschließend geklärt.

Die Parallelen zur Affäre um Richard Nixon aber sind offensichtlich: Im Mittelpunkt beider Skandale stehen Vorwürfe um Amtsmissbrauch und schwere Eingriffe in die Privatsphäre politischer Gegner im Wahlkampf. Barschels anschließender Rücktritt erinnert ebenfalls an das amerikanische Vorbild. Weil sich die Barschel-Affäre außerdem noch an der Küste, an der Waterkant, ereignete, erhielt die Affäre den Titel "Waterkantgate".

Bild: dpa 28. Januar 2014, 10:352014-01-28 10:35:07 © Süddeutsche.de/mahu/ihe/rus