Anglizismus des Jahres – Cablegate 2010

Juristischen Ärger hat auch Julian Assange am Hals. "Cablegate" bezeichnete 2010 die Veröffentlichung geheimer Depeschen US-amerikanischer Botschaften - diplomatic cables - durch die Enthüllungsplattform Wikileaks. Diese Veröffentlichungen zogen neben einigen diplomatischen Konflikten eine weitreichende Debatte über die Konfliktlinien zwischen Geheimnisverrat, Enthüllungsjournalismus und dem Recht auf Informationsfreiheit nach sich.

Wikileaks-Gründer Assange selbst muss derzeit mit seiner Auslieferung nach Schweden rechnen. Dort werden ihm Sexualdelikte vorgeworfen. Außerdem haben US-amerikanische Behörden Interesse angemeldet, den gebürtigen Australier wegen Spionage vor Gericht zu bringen.

Die meisten "-gates" iwachsen indes gar nicht erst zu fest eingebürgerten Begriffen heran. "Teppichgate", die aktuelle Affäre um Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel, ist unter diesem Begriff kaum verbreitet. Boulevard-Schöpfungen wie das "Carla-Gate" und das "Märklin-Gate" sind oft schon einen Tag wieder vergessen. Erwächst dank Wikileaks nun sogar ein Konkurrent für einen neuen Trend in der Skandalberichterstattung? Mit den "Vatileaks" wäre schon mal ein Anfang gemacht. 

Bild: dpa 28. Januar 2014, 10:352014-01-28 10:35:07 © Süddeutsche.de/mahu/ihe/rus